Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 5-7 (Mai 1928)
- Article
- Die Arbeitslage im Lande
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 240 (sequence 13)
- Language
- German
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240 begründeten gerechten Forderungen den entsprechenden politischen Faktoren vorzutragen. Das Regierungsbudget für das Jahr 1928 beträgt beinahe zweiundeinhalb Millionen Pfund« Ohne Zweifel bringen die Juden von diesem Budget nicht weniger als 25 bis 30%, d. h. 600.000 bis 700.000 Pfund auf, Diese enorme Beteiligung der Juden an den Einnahmen der Regierung, die das Jahres- Budget des Keren Hajessod übersteigt, legt der Regierung viele Pflichten auf. Die selbständige Tätigkeit, mit der die Arbeiterorganisation der Regierung gegenüber begonnen hat, muß eine ständige Fortsetzung und gründliehe Untersuchung der Wirtschaft und des Budgets der Regierung nach sich ziehen. Wir müssen der Regierung Forderungen, die durch Tatsachen und Zahlen begründet sind, vorlegen und verlangen, daß die Regierung an die jüdische Bevölkerung das zurückzahle, was ihr aus den vorigen Jahren zukommt, sowie daß die Regierung ihre gerechten Forderungen künftig berücksichtige. In der letzten Audienz der Vertreter der Arbeiterorganisation bei dem Oberkommissär sagte Lord Pluiner, daß er die verstärkte Tätigkeit der Regierung in den Arbeitsangelegenheiten nicht als Gnadenakt, sondern als Erfüllung einer elementaren Pflicht betrachtet. Und in der Tat: es ist die Pflicht der Regierung, systematisch und ständig an der Lösung der Fragen der Arbeitsbeschaffung, die von Zeit zu- Zeit im Lande auftauchen, mitzuwirken. Hoffen wir, daß die ersten Schritte der Regierung auf diesem Wege eine neue Epoche in den Beziehungen der Regierung zur jüdischen Arbeit, vor allem soweit Regierungsarbeiten in Betracht kommen, schaffen werden. VI. Die Nachricht über die Einstellung der Arbeitslosenunterstützung wurde im Lande mit Freude aufgenommen. Jeder, der um die Lage im Lande und das Schicksal unserer Kolonisationsarbeit bangte, empfand, daß hier eine wertvolle wirtschaftliche und politische Leistung, an deren Verwirklichung nur wenige geglaubt hatten, vollbracht worden war. Es, fiel der schwere und schreckliche Stein, der zwei Jahre lang die Quelle unseres Lebens und unserer Kräfte verschloß. Das Rad unseres Lebens ist vom Drucke der Massenarbeitslosigkeit befreit worden und schwingt, zu neuer Bewegung bereit. Diese Leistung bezeugt wiederum, daß die Schwarzseher, die an die Möglichkeit eines nahen Ausweges nicht glaubten und die Pläne der Arbeiterorganisation mit Geringschätzung behandelten, nicht Recht behalten haben. Die in der Arbeiterorganisation verbcigene Lebenskraft ermöglichte es ihr, den gegen sie von allen Seiten andiängenden Wellen der Verzweiflung und Geringschätzung standzuhalten und ihren Weg bis zum endlichen Erfolg fortzusetzen. Allein wir alle wissen, daß bis jetzt erst die Hälfte der Arbeit vollbracht worden ist. Freilich ist der Druck beseitigt, wir haben der Regierung und der Zionistischen Exekutive den Antrieb zur Tätigkeit gegeben und das Gebiet der jüdischen Arbeit erweitert; allein erst nach der endgültigen Verwurzelung der Tausende, die heute bei zeitweiligen Arbeiten beschäftigt sind, mit dem Boden, oder nach ihrer Ueberführung in industrielle oder handwerkliche Dauerbeschäftigung, erst nach Oeffnung der Tore des Landes für die Hunderttausende, die die Einwanderung