Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1928-05-01 · Heft 5-7 (Mai 1928) · p. Seite 239

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 5-7 (Mai 1928)
Article
Die Arbeitslage im Lande
Date
1928-05-01
Page
Seite 239 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2379786-2379867-2379871-2386450--07003-2386763
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

23.9 sehe Arbeiter beschäftigten und auf Rechnung der in Eigenverwaltung durchgeführten Arbeiten und der jüdischen Beamten in den Aemtern des P. W. D. hinzufügen, haben wir sicherlich die Maximalsumme in Betracht gezogen. Wenn wir noch der Hunderttausende von Pfunden gedenken, die vom Eisenbahndepartement für Arbeiten ausgegeben wurden, fast ohne jüdische Arbeiter zu beschäftigen und die Zehntausende von Pfund, die jährlich von den Munizipalitäten Jerusalem und Haifa ausgegeben werden, in deren Arbeiten fast keine jüdischen Arbeiter beschäftigt werden, wird das Bild der Beeinträchtigung unserer Rechte in der Regierungswirtschaft vollständig sein. Diese Einschränkung unserer Rechte ist nicht nur in den Abteilungen, deren direkte Aufgabe es ist, Arbeiter zu beschäftigen, bemerkbar, sondern auch in allen anderen Abteilungen der Regierung. Dem Budgetvorschlag für das Jahr 1928 gemäß wird die Regierung für die Grenzschufztruppen und die Verteidigung (außer der Gendarmerieausgaben, die im Budget in einer Rubrik mit den Ausgaben für die Gefängnisse verzeichnet sind), die Summe von 197.769 Pfund ausgeben. Diese Summe wird dem Wirtschaftskreis der jüdischen Bevölkerung entzogen, da, wie bekannt, zwischen 725 Soldaten und Unteroffizieren in den Grenzschutztruppen nur 30 Juden vorhanden sind, und es ist auch bekannt, daß zwischen den 1200 Gendarmen nur 155 Juden, d. h. 8%> der Gesamtzahl sich befinden. Ueber das Erziehungs- und Gesundheitsbudget wurde bereits in unserer Presse viel geschrieben. Bis in die letzte Zeit hinein hat die jüdische Bevölkerung fast keinen Anteil an diesem Budget gehabt. In den letzten zwei Jahren wurde eine Aenderung in dieser Hinsicht im Erziehungsbudget vorgenommen; jedoch auch heute wurden für das Jahr 1928 für die jüdische Erziehung nur 19.744 Pfund vom allgemeinen Budget, das 143.619 Pfund beträgt, bewilligt, also nur 14% der Gesamtsumme. Das Gesundheitsbudget für das Jahr 1928 beträgt 105.460 Pfund. An diesem Budget hat die jüdische Bevölkerung fast gar keinen Anteil Im Gegenteil, die durch jüdisches Geld erhaltenen sanitären Institutionen, wie »Hadassah«, die Nathan Straus-Institutionen usw. erteilen auch den Arabern medizinische Hilfe und ersparen somit der Regierung weitere Ausgaben für den Gesundheitsschutz der Landeseinwohner. Ich habe nur einige allgemeine Zahlen der Regierungsausgaben herausgegriffen, jedoch eine gründliche Aufklärung der Regierungsbudgets und ihre Analysierung dahingehend, inwieweit sie der jüdischen Bevölkerung zugute kommen, würde eine ins einzelne gehende Untersuchung erfordern. Es wäre zum Beispiel nötig, zu untersuchen, zu welchen Zwecken die gewaltige Summe von mehr als anderthalb Millionen Pfund, die für Gebäude, Straßen und andere öffentliche Arbeiten ausgegeben wurden, verwendet wurde; ferner, welcher Teil davon der jüdischen Bevölkerung zugute kam. Eine solche Untersuchung muß noch durchgeführt werden, um vor uns und den andern, auf Grund klarer und beweiskräftiger Tatsachen, die Gerechtigkeit unserer Forderungen an die Regierung darzutun. Es gibt viele Ursachen für die Tatsache, daß die Regierung ihren Verpflichtungen gegenüber den Juden nicht nachkam. Eine derselben ist der Mangel an ständigem intensiverem Interesse seitens der jüdischen Bevölkerung für die Einzelheiten der finanziellen Tätigkeit der Regierung. Wir haben nicht immer die Vorgänge beachtet und nicht immer verstanden, in passender Zeit unsere mit den nötigen Zahlen und Tatsachen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.