Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 5-7 (Mai 1928)
- Article
- Die Arbeitslage im Lande
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 241 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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241 ersehnen, können wir anerkennen, daß die Bewegung wirklich aus ihrer schweren Situation befreit, die Möglichkeit erweiterter Arbeit erlangt hat. Die Erleichterung, die jetzt im Lande eingetreten ist# verpflichtet die gesamte zionistische Bewegung, all ihre Kräfte auf die großen Kolonisationsaufgaben zu konzentrieren. Aehnlich wie früher die Arbeitslosigkeit im Zentrum der Aufmerksamkeit stand, muß jetzt die nationale Erlösung des Bodens und die Arbeiterkolonisation den Schwerpunkt Unserer wirtschaftliehen und politischen Anstrengungen bilden. Aber auch in den eigentlichen Arbeitsangelegenheiten steht uns noch viele Arbeit vör: die Verwirklichung des Planes wird noch sicherlich auf manche Hindernisse und Schwierigkeiten stoßen. Es wird noch nötig sein, auf die Regierung einen Druck dahingehend auszuüben, daß sie den Beginn der Arbeiten, die sie versprochen hat, beschleunige; und. es muß von heute an für die Sicherung der Arbeitslage, nach der Beendigung der Arbeiten, die wir jetzt anfangen, gesorgt werden. Besondere Aufmerksamkeit muß den Fragen der jüdischen Arbeit in den Kolonien gewidmet werden und wir müssen uns systematischer mit Industrieproblemen befassen, da hier wichtige Möglichkeiten der Erweiterung und weiterer Aufnahme von Arbeitskräften vorhanden sind. Mögen diese Tage der Erleichterung zugleich Beginn erneuerter Anstrengungen der zionistischen Bewegung in der Richtung des Fori> Schrittes, der Kolonisation und der Einwanderung sein. Die natürlichen Bedingungen Palästinas und die Zukunft unserer Kolonisation. Von Dr, Stefan Löwengart, z, Z. Fürth L-B, < In den Erörterungen über die Fehler unseres Kolonisationswesens haben stets die sozialen Fragen eine übergeordnete Rolle gespielt. Wir Juden sind seit Jahrtausenden gewohnt, in diesen Kategorien zu denken, und haben daher diese Probleme vom Beginn Unserer Arbeit an stark überschätzt. Kein Wunder, daß daher auch die von bürgerlich-zionistischer Seite geübte Kritik an der Emek-Kolonisation sich zuerst gegen deren soziale Formen gerichtet hat. Obwohl ich mich dieser Kritik zum größten Teile anschließen kann, möchte ich feststellen, daß sie, wie die {meisten unserer Kritiken, versäumt haben, an dem Kernpunkt anzusetzen: der Wahl des Kolonisationsortes. Es bleibt dem Geschichtsschreiber vorbehalten, die leitenden Motive' bei der Auswahl unserer Kolonisationspunkte einmal festzustellen. Sentimentalische Antriebe haben eine nicht geringe Rolle gespielt, Rücksichten auf den Verkäufer waren von entscheidendem Einfluß, taktischterritorialistische Erwägungen wurden herangezogen, nur technisch-wirtschäftsgeographische Fragen blieben, von einzelnen Ausnahmen abgesehen (vor allem der letzte durchaus erfreuliche Erwerb des KKL. ist hier zuzuzählen), meist unberücksichtigt. Es hat sich im Laufe der letzten Jahre glücklicherweise immer mehr der Gedanke durchgesetzt, daß das wirtschaftliche Fundament des Landes die Pflanzungskultur bilden muß, in erster Linie der Orangenbau, und