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Palästina · 1928-05-01 · Heft 5-7 (Mai 1928) · p. Seite 238

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Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 5-7 (Mai 1928)
Article
Die Arbeitslage im Lande
Date
1928-05-01
Page
Seite 238 (sequence 11)
Language
German
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238 Dieser kurze Ueberblick der finanziellen Lage der palästinensischen Regierung beweist in hinreichendem Maße, welchen Einfluß die jüdische Einwanderung und Kolonisation auf das Wachstum der Regierungseinnahmen hatte und daß sie den Hauptfaktor für das Entstehen des großen Ueberschusses in ihrem Budget, der anderthalb Millionen und mehr erreichte, bildete. Wenn wir uns jedoch jetzt der Untersuchung der Frage zuwenden, wie die Regierung diese ihre eingenommenen Gelder im Lande ausgegeben hat und diese Ausgaben Punkt für Punkt überprüfen, gelangen wir zu dem Ergebnis, daß die jüdische Bevölkerung im Lande nur wenig von diesem Reichtum genossen hat und daß ihre elementaren Rechte in allen wichtigsten Punkten der Arbeit beeinträchtigt wurden. Eine der Arbeiten, die die Regierung jetzt zur Erleichterung der Arbeitslosigkeit unternimmt, ist die Aufforstung. Diese Arbeit wird 350 Juden während einer kurzen Zeit beschäftigen und wird ungefähr 7000 Pfund kosten, Uns ist diese Arbeit sicherlich wichtig; wenn wir sie jedoch der Wahrheit gemäß beurteilen wollen, müssen wir sie im Rahmen der Tätigkeit des Regierungsdepartements für Landwirtschaft und Fischerei, zu der diese Arbeit gehört, betrachten, und da ergibt sich folgendes: Im Laufe der Jahre 1921 bis 1927 hat das Regierungsdepartement für Landwirtschaft und Fischerei die enorme Summe von 304.099 Pfund ausgegeben und im Jahre 1928 erreicht dieses Budget wieder die große Summe von 65,408 Pfund. All diese enormen Summen haben ausschließlich dem arabischen Landwirt gedient. Die Juden waren gezwungen, mit eigenen Mitteln ihre Versuchsstationen und Anstalten für Veterinäre Hilfe zu erhalten, mit eigenem Gelde ihren Boden aufzuforsten und auf eigene Rechnung ihre Sümpfe trockenzulegen. Die ersten 7000 Pfund, die jetzt von der Regierung für die Aufforstung durch jüdische Arbeitslose ausgegeben werden, sind somit nur eine kleine Abschlagszahlung auf Rechnung der Verwendung der Regierungsgelder auf diesem Gebiete. Die Situation in den anderen Budgetposten ist nicht günstiger. Die Regierungsausgaben für die Jahre 1921—1927 in dem Departement für Zollabgaben und Häfen betrugen 402,742 Pfund; das Altertumsdepartement hat 49.779 Pfund ausgegeben. Es ist genügend bekannt, wie gering die Zahl der jüdischen Arbeiter war, die in diesen wichtigen Abteilungen beschäftigt wurde. Auch das Regierungsdepartement für öffentliche Arbeit hat die elementarsten Verpflichtungen dem jüdischen Arbeiter gegenüber nicht erfüllt. Laut dem offiziellen Budget erreichten die Regierungsausgaben in diesem Departement im Laufe der Jahre 1921—1927 die Summe von 1,518.205 Pfund. Diese Summe wurde durch 694.000 Pfund aus den Geldern »des britischen Kronagenten« ergänzt, die jetzt aus den Mitteln der palästinensischen Anleihe abgezahlt werden. Wir erhalten somit die Summe von 2,200.000 Pfund und wenn wir jetzt das Fazit ziehen, in welchem Maße die jüdischen Arbeiter und Beamten an diesem Gelde Anteil hatten, werden wir gewahr, daß der Anteil der Juden an diesen Ausgaben höchstens 250.000 Pfund betrug, d. h. 1L2% des Gesamtbudgets dieser Abteilung! Das »Amt für öffentliche Arbeiten« und der »Solei Boneh« haben von der Zivilverwaltung der Regierung (außer der Militärverwaltung, deren Arbeiten in diesem Budget nicht inbegriffen sind) Arbeiten für 144.000 Pfund übernommen und wenn wir noch die Summe von 106.000 Pfund auf Konto der Arbeiten anderer jüdischer Arbeitgeber, die jüdi-

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