Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 5-7 (Mai 1928)
- Article
- Die Arbeitslage im Lande
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 237 (sequence 10)
- Language
- German
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237 ansammelte, hat sie aus ihren Einnahmen ziemlieh große Summen auf Konto der Vorkriegsschulden, die man dem Landesbudget aufgebürdet hat, bezahlt. Die Regierung hat hinsichtlich der Schuldentilgung zwei Methoden angewandt: Einen Teil der Schulden tilgt sie aus ihrem gewöhnlichen Budget und einen Teil aus den Vorschüssen, die sie von dem „Britischen Kronagenten"4 ä conto der zukünftigen palästinensischen Anleihe, erhielt. Jetzt, nach Verwirklichung der Anleihe, wird die Regierung aus ihr ihre gesamte Schuld an den britischen Kronagenten tilgen, die laut dem offiziellen Bericht des Leiters des Zoll- und Handelsdepartements der Regierung, Mr. Stead, die Summe von 1,955.717 Pfund erreichte. Außerdem wurde von dieser Anleihe eine Million Pfund an die britische Regierung für die Eisenbahnen, Straßen, Telegraphen- und Telephonanlagen, die in die Hände der palästinensischen Regierung nach der Okkupation des Landes durch das britische Heer übergingen, und die als Vermögen des britischen Imperiums betrachtet werden, abgezahlt. Auch in der Summe von 1,955.717 Pfund ist die Zahlung von mehr als einer Million Pfund für diese Vermögenswerte inbegriffen. Von der palästinensischen Anleihe sind also bereits an die britische Regierung mehr als zwei Millionen Pfund, für Vermögenswerte, in deren Besitz sie durch die Okkupation des Landes kam, abgezahlt worden. Jedoch außer der Tilgung dieser Schulden aus den Mitteln der Anleihe, hat die Regierung auch aus ihrem gewöhnlichen Budget einen Teil der ottomanischen Schuld abgezahlt, von der sie laut Gerichtsurteil van Lausanne am 6. August 1924, 3,284.429 Pfund zurückzuzahlen hat. Den Einfluß der vierten Alijah auf die Einnahmen der Regierung kann man nicht nur durch diese absoluten Zahlen allein beweisen. Sie sind auch in den Einzelheiten des Budgets sichtbar. Es ist zu bedauern, daß bis jetzt im Lande keinerlei systematische Untersuchung des palästinensischen Budgets unternommen wurde. Allerdings begannen die Herrn Margulies und Jewzerow Materialien in dieser Frage in der Zeitschrift „Mischar WetaasijahM zu veröffentlichen (siehe Nr. 3/4 1928, Seite 177. — Die Red.), doch diese Angelegenheit benötigt nicht nur eine vorübergehende Betrachtung durch Einzelpersonen, sondern ver^ dient eine systematische Untersuchung durch eine wirtschaftliche Instanz. Der Mangel einer solchen Untersuchung beraubt uns der Möglichkeit, den Anteil der Juden an den Regierungseinnahmen genau festzustellen. Die Regierung ihrerseits hat in nicht geringem Maße die Möglichkeit einer solchen Untersuchung erschwert. Bis vor kurzer Zeit begnügte sie sich damit, nur wenige allgemeine Zahlen in ihrer offiziellen Zeitung zu veröffentlichen. Jedoch selbst einige dieser Zahlen beweisen in genügendem Maße, wie intensiv der Zusammenhang zwischen den Einnahmen der Regierung und der jüdischen Einwanderung ist. Im offiziellen Bericht der Regierung vom 31. März 1926 ist festgestellt, daß allein die Zolleinnahmen in der Periode vom 1. März 1925 bis 1. März 1926, den Tagen der verstärkten Einwanderung, um 400.000 Pfund die des vorigen Jahres überstiegen. Ebenso wird im finanziellen Bericht der Regierung für die Zeit vom 1. April 1926 bis 31. Dezember 1926 (die Tatfe der Einstellung der Einwanderung) klar festgestellt, daß die Einnahmen der Regierung für diesen Zeitraum, dem Vorjahr gegenüber um 200.000 Pfund gefallen sind.