Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 5-7 (Mai 1928)
- Article
- Die Arbeitslage im Lande
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 235 (sequence 8)
- Language
- German
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235 und die Erneuerung der Chaluzimeinwanderung einerseits und die Sicherung der Existenz der sich heute in der Kolonie aufhaltenden Arbeiter und deren Schutz vor Hunger und Arbeitslosigkeit andererseits sorgen werden, so werden wir vor der Tatsache des Mangels an jüdischen Arbeitern und der Schwächung der jüdischen Arbeit stehen. Wenn wir ferner in Betracht ziehen, daß es endlich gelingen muß, mit der Ansiedlung von Arbeitern am Rande der Plantagenwirtschaften zu beginnen und im nächsten Jahre 500 bis 1000 Familien anzusiedeln, wenn wir die Tatsache verzeichnen, daß in unseren existierenden Wirtschaften auch heute eine gewisse Anzahl neuer Genossen notwendig ist, und ferner angenommen werden kann, daß der größte Teil der in den Plantagenwirtschaften Anzusiedelnden aus der Mitte der jetzigen Koloniearbeiter entnommen werden wird, so ergibt sich, daß die Kolonien im Winter 1929 weitere 1500 Arbeiter benötigen werden. Die Arbeitszentrale der Arbeiterorganisation setzt jetzt ihre Untersuchung der Arbeitslage in den Kolonien fort, sie prüft die Mittel, die es ermöglichen sollen, im Sommer einer so schweren Arbeitslosigkeit wie im vorigen Jahre vorzubeugen, Zu diesem Zwecke wurden verschiedene Pläne ausgearbeitet; mit der „Pica", der Regierung und der Zionistischen Exekutive wurden Verhandlungen betreffend Verwirklichimg der Pläne angeknüpft. Wenn Einzelheiten dieses wichtigen Versuches einer planmäßigen Sorge für die Arbeitslage in der Kolonie, unter Hinzuziehung aller wirtschaftlichen Faktoren im Lande, etwas klarer sich herauskristallisieren werden, wird es sich lohnen, darauf zurückzukommen und die Resultate und Lehren dieser Tätigkeit zu besprechen. V. In dem Plane, den die Arbeiterorganisation zur Einstellung der Arbeitslosenunterstützung und Beschäftigung der Arbeitslosen ausgearbeitet hat, bildet die Regierung einen bedeutenden Faktor und in dem Maße, in dem sie fortfahren wird, ihre Pflichten in dieser Hinsicht zu erfüllen, wird es uns leichter sein, aus unserer schweren Lage herauszukommen und zu produktiver Arbeit im Lande zurückzukehren. Das Interesse, das die palästinensische Regierimg in der letzten Zeit für die Arbeitslage zu zeigen begonnen hat und die Aufmerksamkeit, die der Oberkommissär bekundet hat, wird sicherlich vom Jischuw und vom ganzen Zionismus positiv bewertet. Wer aber meint, die Regierung habe durch dieses Interesse ihre Pflicht gänzlich erfüllt, und, was sie getan hat, sei als Gnadenakt zu betrachten, der nur durch die besondere Rücksicht auf die bedrängte Lage tausender Untertanen dieser Regierung begründet sei, der urteilt zweifellos nicht richtig. Diejenigen Araber, die in ihren Zeitungen zu murren und sich zu beschweren begannen, daß „die Regierung nur für die Juden sorgt", oder die englischen Zeitungen, die sich damit brüsten: „Wir haben den Zionismus gerettet", zeigen nur, daß sie vom Ursprung des Reichtums der palästinensischen Regierung Und ihren Pflichten gegenüber der jüdischen Bevölkerung keine Ahnung haben. Als vor einigen Monaten die Vertreter der Arbeiterorganisation mit dem Zivilsekretär der Regierung zusammentrafen und von ihm forderten, an die Organisierung bestimmter Arbeiten heranzutreten, tun die Lage der Arbeitslosen im Lande zu erleichtern, erwiderte Col. Symes,