Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 5-7 (Mai 1928)
- Article
- Die Arbeitslage im Lande
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 234 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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234 Monate Oktober sich wieder zu steigern, bis die neue Arbeitssaison wieder beginnt (Ende November). Wir konnten nicht von allen Arbeitsplätzen genaue Angaben über die in den alten jüdischen Pflanzungskolonien beschäftigten arabischen Arbeiter erlangen, jedoch sind laut unseren Nachrichten jetzt 1800 bis 2000 ständige und 3000—3500 arabische Saisonarbeiter in ihnen beschäftigt. Diese Zahlen zeigen aufs klarste, wie groß noch die Aufnahmemöglichkeiten dieser Kolonien sind. Die Frage der Arbeitsbeschaffung für die Saisonarbeiter in den Kolonien ist eine der Fragen, die gründliche Untersuchung und Fürsorge erfordern. (Siehe darüber auch den Artikel von Dir- Zwi Luft in Nr, 1/2. 1928. — Die Red.) Der Weg der Gründung von Hilfswirtschaften, in denen eins der Mittel zur Erleichterung der Lage, besonders für Familien, Gruppen und Arbeiterinnen zu sehen ist — wurde vollständig vernachlässigt. Die Annullierung des Budgets der Koloniearbeiter machte nicht nur die Erweiterung der Hilfswirtschaften unmöglich, sondern bedroht auch die Existenz und Entwicklung der schon vorhandenen kleinen Anfänge. Wir werden also in diesem Jahre außer dem Kampf für das Eindringen des jüdischen Arbeiters in die Privatwirtschaft dafür sorgen müssen, daß: 1. öffentliche Arbeiten der Regierung in der Umgebung der Kolonien konzentriert werden; 2, Regierungshilfe für die Kolonieverwaltungen zwecks Organisierung öffentlicher Arbeiten in den Kolonien erlangt wird; 3. mittels Hypothekenanleiheji die Baubewegimg in den Kolonien, für die objektive Möglichkeiten vorhanden sind, belebt wird. Es ist schwer, im Augenblick festzustellen, wie und wo es uns gelingen wird, in diesem Sommer die Frage der Saison-Arbeitslosigkeit in den Kolonien zu lösen und dem vorzubeugen, daß Hunderte von Arbeitern die Kolonie verlassen; diese Gefahr ist vorhanden und ihr muß nicht nur des großen Kolonisationswerkes willen vorgebeugt werden, sondern auch aus der klaren Erkenntnis heraus, daß die Plantagenwirtschaft in den Kolonien sich erweitert und mit ihr die Zahl der jüdischen Arbeiter in den Kolonien im nächsten Jahre sich vergrößern wird. Die Fläche der jüdischen Orangen- und Bananenplantagen erreichte nach der englischen Okkupation 10.500 Dunam, In den ersten Jahren nach der Okkupation war fast keine neue Pflanzungstätigkeit zu verzeichnen. Im Jahre 1923/1924 begann wieder eine Blüteperiode in den Orangenplantagen. In den Jahren 1923—1927 wurden ungefähr 11.000 Dunam neuer Orangengärten gepflanzt. Die Fläche der jüdischen Orangenplantagen betrug Ende dieses Jahres 30.000 Dunam, das heißt das Dreifache der Vorkriegsfläche. Gemäß der Bedeutung, die der palästinensischen Orange auf dem Weltmarkte zukommt, und den Profiten, die sie den Plantagenbesitzern abwirft, läßt sich annehmen, daß sich dieser Zweig auch im Jahre 1929 erweitern wird. Selbst wenn wir annehmen, daß die Plantagenfläche im Jahre 1929 die im Jahre 1928 bearbeitete Fläche nicht überflügeln wird — obzwar Fachleute behaupten, daß sie anderthalb oder doppelt so groß sein wird — werden doch Okkupations- und Kultivierungsarbeiten im Werte von 30.000 bis 40.000 Pfund hinzukommen. Diese erweiterte Fläche wird nicht nur die sich in der Kolonie befindenden Arbeiter beschäftigen, sondern die Zahl der verwendeten Arbeiter wird um 1000 Mann steigen. Wenn wir also nicht im vorhinein für die Oeffnung der Tore des Landes