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Palästina · 1928-05-01 · Heft 5-7 (Mai 1928) · p. Seite 226

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Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 5-7 (Mai 1928)
Article
Die Verbilligung der landwirtschaftlichen Kolonisation
Date
1928-05-01
Page
Seite 226 (sequence 13)
Language
German
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226 einer Familie mit 300 Pfd. (und dies im Jahr 1921!) zu bewerkstelligen — all diese Uebertreibungen haben eine ziemlich fruchtlose Debatte hervorgerufen, die mehr Wärme als Licht erzeugte. Als er fünf Jahre später an den praktischen Versuch ging, hat Dr. Soskin bei der Ausarbeitung des konkreten Plans viel mehr Sorgfalt und Vorsicht an den Tag gelegt. In den Wirtschaftsplan der 10 Dunam-Parzelle wurden neben dem Gemüsebau bewässerbare Pflanzungen aufgenommen, die technisch erprobt sind und deren Absatzmarkt gesichert erscheint, und das erforderliche Anlagekapital wurde im Jahre 1926 trotz bedeutenden Preisrückganges mit 650 Pfd. inklusive Bodenkauf pro Familie berechnet. Die Verwirklichung des Soskin'schen Kolonieplans ist leider an dem Fehler gescheitert, den Versuch mit Ländereien zu verknüpfen, deren Erschließung und Ameliorierung Jahre braucht (Kabbara und Jidro), sowie mit einem Mittelstandsansiedler, der ein Eigenkapital von 450 Pfd. beitragen sollte. Es war uns stets in hohem Maße zweifelhaft, daß sich ein Jude mit solchem Vermögen damit zufrieden geben wird, auf kleinster Parzelle in schwerer Hackarbeit Gemüsebau zu treiben und dabei das genügsame Leben eines Getreidebauern im Emek zu führen. Es ist wenigstens zu hoffen, daß mittlerweile die stetige Entwicklung des Gemüsebaues in den gemischten Wirtschaften, die auch im ständigen Anwachsen der Absatzziffern der Produktenabteilung (des »Hamaschbir«) Ausdruck findet, uns Erfahrungen und Daten liefern wird zur Beurteilung der Möglichkeiten von vorwiegend auf Gemüsebau basierenden Betrieben*). Die Kleinsiedlung ist in erster Reihe mit der Möglichkeit der Bewässerung verbunden. Vom Jordantal und noch nicht erschlossenen Gebieten (wie Huleh) abgesehen, ist die Küstenzone das vornehmste Bewässerungsgebiet Palästinas. Sie ist zugleich unser aussichtsreichstes und typischstes Pflanzungsgebiet. Es gedeihen hier Früchte, die im technischen Sinne nicht mehr im Versuchsstadium sind, und deren Rentabilität und Absatzmöglichkeit nach menschlicher Voraussicht festgestellt sind. Es kommt noch hinzu, daß diese bewässerbaren Pflanzungen in mehreren Hinsichten am besten dem Typus des vermögenden Städters angepaßt sind, der sich für den Uebergang zur Landwirtschaft entscheidet. Das jüdische Privatkapital, das sich allmählich von den Schlägen und Enttäuschungen des Industriezentrismus und der spekulativen Auswüchse der vierten Alijah erholt, wendet sich in steigendem Maße der bewässerbaren Pflanzungszone zu. Eine weitere Folge ist, daß auch die neueren Pläne der verbilligten Ansiedlung auf kleinen Flächen dieselbe Richtung nehmen. Die Kleinsiedlung, wenn man von der Kleinheit der Fläche als Kennzeichen ausgeht, ist kein theoretisches Gebilde mehr in Palästina. Sie besteht schon seit Jahren, vor allem in der bewässerbaren Zone Judäas. Hier wurden bei der jüngsten Zählung 373 Betriebe von 10—15 Dunam Flächengröße festgestellt (Gesamtareal 6815 Dunam, also Durchschnittsfläche 18 Dunam). Das sind zumeist Orangenbetriebe. Die Anlage einer Orangenpflanzung auf 10 Dunam ist zwar vom kolonisatorischen Gesichtspunkt Kleinsiedlung, aber billig ist sie nicht. Es gibt zwar im Lande einige Versuche, mit bescheidenen Mitteln eine intensive Kleinwirtschaft zu schaffen; En Ganim ist ein geglückter Versuch dieser Art des Aufsteigens von besitzlosen Landarbeitern zu bäuerlicher Selbständigkeit, *) Nach der Zählung der jüdischen Landwirtschaft, die im April 1927 durchgeführt wurde, betrug die Fläche unter Gemüsebau in allen jüdischen Siedlungen 10.111 Dunam, davon 1633 Dunam bewässert. In den Siedlungen der Z. O. waren 3069 Dunam Gemüse, davon 905 Dunam bewässert.

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