Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1928-05-01 · Heft 5-7 (Mai 1928) · p. Seite 225

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 5-7 (Mai 1928)
Article
Die Verbilligung der landwirtschaftlichen Kolonisation
Date
1928-05-01
Page
Seite 225 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2379786-2379867-2379871-2386449--06987-2386749
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

225 chem Umfange weitere Bauersparnisse zu erzielen sind, nachdem bisher Kostenherabsetzungen von 50—70 Pfd. pro Familie, bezw. von 15—25% zu verzeichnen sind. Sicher ist nur, daß eine weitere Baukostenverminderung, insbesondere bei Bauarbeit größeren Umfanges, durchführbar ist; wir veranschlagen sie zunächst mit 25 Pfd. pro Familie. Die Möglichkeit einer drastischen Reduktion der Unterhaltskosten um 75 Pfd. haben wir soeben erörtert. Die anderen Posten, wie Inventar, Pflanzungen etc., enthalten gleichfalls Verbilligungsmöglichkeiten, die im Augenblick rechnerisch nicht zu erfassen sind. Es ergibt sich aus all dem schon heute, daß der »Ansiedlungsschlüssel« um wenigstens 100 Pfd. reduziert werden könnte. Mit anderen Worten, die Kosten des Typus A im Moschaw werden auf 600 Pfd., in der Kwuzah auf 500 Pfd. herabgehen; die Kosten des Typus B auf 660 bezw. 560 pro Familie. Typus D wird sich der Summe von 700 nähern. Es ist gewiß noch nicht das Ziel unserer Wünsche, aber auch diese Verbilligung wäre gegenüber dem heutigen Zustand ein wesentlicher Fortschritt und die Bahn wird frei für den nächsten Schritt — die Erreichung eines Anlagedurchschnitts von 400—500 Pfd. pro Familie. IV, Die Ergebnisse der bisherigen Untersuchung legen den Gedanken nahe, eine radikale Verbilligung der landwirtschaftlichen Kolonisation durch die Einführung solcher Typen zu suchen, die an sich ein geringeres Anlagekapital benötigen. Die Vorschläge in dieser Richtung sind gewöhnlich mit Plänen der Ansiedlung auf kleinen Flächen verbunden, so daß doppelt gespart wird: an Anlagekapital für die Wirtschaft und auch an Bodenkapital. Ein derartiger Kleinsiedlungsplan wurde bekanntlich Jahre hindurch von Dr. S o s k i n propagiert. Er war weder der erste noch der einzige auf diesem Gebiet. Lange vor Dr. Soskin hat Agr. Ettinger einen Betriebstypus mit vorwiegender Gemüseproduktion auf 20 Dunam bewässerbaren Bodens entworfen und mit großem Nachdruck empfohlen, der genau die Hälfte des Anlagebedarfes der anderen Typen kosten sollte*). Agr. Wilkansky hat gleichfalls schon während des Krieges einen Gemüsebautypus auf einer irrigierten Parzelle von 15 Dunam skizziert, bezw. eine Variante auf 20 Dunam, davon 10 Dunam unter Bewässerung; auch sein Kostenvoranschlag (11.400 Frcs.) zeigt eine wesentliche Ersparnis gegenüber seinem Schema einer gemischten Wirtschaft auf 100 Dunam (Kosten 23.237 Frcs.)**). Schließlich sieht Dr. R u p p i n einen Kleinsiedlertypus auf 15 Dunam vor, davon wenigstens 10 Dunam bewässerbar, der auf Milchwirtschaft, Gemüsebau, Edelobst und Geflügelzucht beruht***). Es ist, historisch betrachtet, schade, daß Dr. Soskin den allen diesen Anregungen gemeinsamen Grundgedanken auf die Spitze getrieben, in unwissenschaftlicher und unwirtschaftlicher Weise verallgemeinert und mit einer summarischen Verurteilung aller anderen Siedlungsmethoden verbunden hat. Das hat die Diskussion auf eine andere Bahn gedrängt und das Wesen der Frage verdunkelt. Der Versuch, die gesamte Besiedlung Palästinas auf Gemüseparzellen von %—1 ha Größe zu stellen, den Gartenbau als die allein seligmachende Methode zu proklamieren, die Bereitschaft, die Ansiedlung *) Siehe: Ing A g r. E 11 i n g e r. Methoden und Kapitalbedarf jüdischer Kolonisation in Palästina, Den Haag 1916. **) Siehe; J. Wilkansky: Badereoh, Jaffa 1918. ***) Siehe: Dr. A. Ruppin: Der Aufbau des Landes Israel, Berlin 1919. Ebenso:: Jüdische Zukunftsarbeit in Palästina (als Manuskript gedruckt), Berlin 1918.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.