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Palästina · 1928-05-01 · Heft 5-7 (Mai 1928) · p. Seite 222

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 5-7 (Mai 1928)
Article
Die Verbilligung der landwirtschaftlichen Kolonisation
Date
1928-05-01
Page
Seite 222 (sequence 9)
Language
German
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222 Mitarbeiter der Kolonisationsleitung, als auch die Siedler selbst mit dem Willen zur Sparsamkeit zu erfüllen. Ein Hindernis auf diesem Wege ist der relativ geringe Umfang der vom zionistischen Kolonisations-Department unternommenen Bauarbeiten. In Griechenland zum Beispiel wurden 10.000 Häuser auf einmal in Auftrag gegeben. Nattirlich ergeben sich bei solcher Massenherstellung ganz andere Verbilligungsmöglichkeiten als bei den bescheidenen Bauobjekten in Palästina. Ein zweiter Posten, bei dem Ersparnisse zu verzeichnen sind, ist die Anschaffung von totem Inventar, Gerätschaften und landwirtschaftlichen Maschinen. Durch konzentrierten Ankauf sowie zum Teil durch zentralisierte Aufträge an die örtliche Industrie ist es gelungen, die Inventarkosten beim Moschaw um 10 Pfund pro Familie oder zirka 20% zu verringern. Bei der Kwuzah ist die Reduktion noch fühlbarer. Die Verbilligung kann und wird noch weiter gehen. Allein eine Voraussetzung des Gelingens ist der Bareinkauf. Die Vorteile der besseren Organisation des Einkaufes werden durch die Nachteile und Verluste des Kaufes auf Kredit mehr als aufgehoben. Die Möglichkeit von Ersparnissen am lebenden Inventar ist eine beschränkte. Es ist fraglich, ob es sich empfiehlt, Arbeits- und Nutzvieh administrativ zentralistisch einzukaufen und an die Siedler zu verteilen, auch wenn dies billigeren Kauf versprechen würde. Denn die Verantwortung, die sich die zentrale Verwaltungsstelle durch die Zuweisung des Viehs aufbürdet, ist eine zu große. Jeder Mißerfolg, jedes Versagen des Maultieres, jede Erkrankung der Kuh oder ein Nachlassen ihrer Milchergiebigkeit, kurz jeder Rückschlag wird von den Ansiedlern der verantwortlichen Stelle zugeschrieben werden, die mit Forderungen auf Schadenersatz und Wechsel von Tieren überhäuft werden wird. Derzeit ist übrigens dieser Posten im »Schlüssel« eher zu niedrig eingesetzt. Man kann heutzutage nach Drusenaufstand und Seuche in Syrien für 50 Pfund keine Beyruther oder Damaszener Kuh und Färse erstehen, wie es die Norm vorsieht. Wenn man sie überhaupt kaufen kann, wäre der im Jahre 1924 veranschlagte Posten jetzt auf 60 Pfund zu erhöhen. Wir haben ihn trotzdem unverändert gelassen, weil in Verbindung mit der erwähnten Krise die gesamte Frage der Kreuzungsbasis für die palästinensische Viehzucht einer Revision bedarf. Die Not und die erfolgreichen Versuche der Kreuzung der örtlichen Kuhrasse mit holländischen Bullen haben dieser Methode wachsende Geltung verschafft. Für die Anschaffung einer syrischen und einer sogenannten arabischen Kuh reichen jedoch die eingesetzten 50 Pfund pro Familie im großen ganzen aus. Wir wollen uns hier den Nachweis ersparen, daß bei den Ausgabeposten 5 und 6 (Umzäunung etc., Düngung und Pflanzungen) keine entscheidender Ersparnisse möglich sind. Es sei denn, daß die Preise für Wasserrohre, chemischen Dünger, Schößlinge und Brennstoffe (zum Tiefpflügen) bedeutend sinken werden. Was zu ihrer Verbilligung durch zentralisierten Einkauf geschehen kann, soll natürlich versucht werden. Bleibt als größter Ausgabeposten nach den Bauten der Etat für Unterhaltskosten und Unvorhergesehenes. Eine wesentliche Reduktion dieses Betriebszuschusses würde zusammen mit der Verbilligung der Bauten und Geräte eine wirkliche Herabsetzung der Siedlungskosten veranlassen. Diese Frage wurde bisher zu wenig beachtet.

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