Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 5-7 (Mai 1928)
- Article
- Die Verbilligung der landwirtschaftlichen Kolonisation
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 221 (sequence 8)
- Language
- German
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221 Das ergibt beim Moschaw eine Ersparnis von 50 Pfund und mehr an BaukapitaL Wir haben jedoch einen Teil dieses Gewinnes zur Einführung eines besseren Hühnerstall -Typus in den Moschawim verwendet. Die frühere Methode, dem Ansiedler Baumaterialien für 15 Pfund zu geben und ihm die Errichtung des Geflügelhofes zu überlassen, hat sich nicht bewährt. Der sichtbare Fortschritt in der Geflügelzucht im letzten Jahre, gerade in den Kwuzoth (obwohl es Gemeingut aller Betriebslehrer ist, daß in diesem Wirtschaftszweig der Kleinbetrieb dem Großbetrieb überlegen ist) hat gezeigt, daß die moderneren und besser gepflegten Hühnerhöfe der Kwuzoth, darunter manche aus Rabitz und Beton, viel zur gesteigerten Rentabilität dieses Wirtschaftszweiges beitrugen. Darum wurde die Norm für Hühnerställe auf 20 Pfund erhöht, was die Herstellung eines besser ausgestatteten technisch vollkommeneren Stalltypus von zirka 20 m2 Fläche, aus Holz oder auch aus Rabitz, ermöglichen würde. In manchen Moschawim in der Nähe der Städte haben wir auch 25 Pfund pro Ansiedler bewilligt, um Geflügelhöfe aus Beton einzuführen. Auffallend und greifbarer noch sind die Bauersparnisse bei den Kwuzoth. Die Spezifikation der Tabelle 2 gibt darüber lehrreichen Aufschluß. Im Jahre 1925 wurden Kuhställe und Pferdestallungen mit Heuboden gebaut und haben 35 Pfund bezw. 30 Pfund per Kopf (samt zugehörigem Jungvieh) gekostet. Die innere Einrichtung der Stallungen war in dieser Kalkulation nicht oder nur zum Teil inbegriffen. Im Jahre 1927 kostet ein Kuhstall (sagen wir für 50 Köpfe samt Jungvieh) ohne Heuboden und samt innerer Installation bloß 16 Pfund pro Kopf und auch weniger; rechnen wir die Kosten der Scheune zur Heuaufbewahrung mit 3 bis 4 Pfund per Kopf hinzu, ergibt sich noch immer eine Herabsetzung von 35 Pfund auf 19 bis 20 Pfund, oder von über 40%. Beim Pferdestall wurde eine Reduktion von 30 Pfund auf 14% pro Kopf erzielt. Der gebräuchlichste Wohnhaustypus in einer K w u z a h ist ein Sechszimmerhaus; ein Raum ist 3X4% m2 groß, mit einer dazugehörigen Terrasse von 6 m2 Fläche. Im Jahre 1925 und 1926 kostete ein solches Haus 90 Pfund pro Zimmer, mancherorts auch mehr; im letzten Jahr wurden die Baukosten auf durchschnittlich 75 Pfund pro Zimmer heruntergesetzt. (Der höhere Preis von 100 Pfund pro Zimmer bei Typus C ist damit erklärlich, daß im Jordantal wegen der drückenden Sommerhitze die Häuser mit Stockwerk und flachem Dach gebaut werden.) Die gesamte Ersparnis an Baumaterial bei einem Kwuzahbetriebe von 25 Familien beträgt 1800 Pfund (5800 gegen 7000), d. h. 72 Pfund pro Familie, oder nahezu 25%. Es gehört nicht hieher, die technischen Einzelheiten zu erörtern, die dieses Ergebnis .erklären. Es sei nur erwähnt, daß die Verbilligung des Bauwesens durch eine Reihe von Faktoren herbeigeführt wurde: durch billigere Baumaterialien (so wurden die importierten sogenannten Marseiller Dachziegel durch einheimische Betondachziegel ersetzt), konstruktive Vereinfachungen, Aenderungen in der 'Anlage und inneren Ausstattung, durch Normalisierung einzelner Bauteile, wie Fenster und Türen, und ihre Herstellung in großer Anzahl (überdies wurden in allen Wirtschaftsgebäuden Eisenfenster und -türen eingeführt), bessere Organisation der Arbeit, der Verwaltung und des Transportes, kurz durch dauernde und systematische Anstrengungen unter Ausnützung aller Möglichkeiten. Eine Bedingung des Erfolges ist es, sowohl die technischen