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Palästina · 1928-03-01 · Heft 3-4 (März 1928) · p. Seite 161

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Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 3-4 (März 1928)
Article
Der neue Weg
Date
1928-03-01
Page
Seite 161 (sequence 2)
Language
German
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16t Anhänger dieselbe wie in Kanada, und nicht überall ist — beschämend es auszusprechen — der Opferwille unserer Freunde gleich groß. Aber das Beispiel der kanadischen Zionisten ist ein Appell an die Zionisten der ganzen Welt, ihrem Beispiel zu folgen und sich zusammenzutun, um durch den Zusammenschluß gestärkt, starke wirtschaftliche Verantwortung auf ihre Schultern zu laden. Warum sollte, was in Kanada mit seiner verhältnismäßig geringen Zahl von Zionisten möglich gewesen ist, nicht auch in anderen Landern möglich sein? Gewiß ist nicht jeder deutsche Zionist geeignet oder in der Lage, das Aufkommen von Keren Kajemeth-Beiträgen der deutschen Landsmannschaft für eine Reihe von Jahren zu garantieren oder gar zu diskontieren. Aber mehr als auf irgend einem anderen liegt die Stärke des einzelnen auf wirtschaftlichem Gebiet im Zusammenschluß der vielen, Tausend deutsche Zionisten, die dem Keren Kajemeth die Einnahmen der nächsten zehn Jahre, berechnet nach dem Jahresdurchschnitt des deutschen Kontingents in den letzten drei Jahren, garantieren und bereit sind, in Höhe ihrer Garantiesumme reale Sicherheiten oder ihren persönlichen Kredit zu verpfänden, würden imstande sein, die finanzielle Leistung der kanadischen Zionisten um ein Mehrfaches zu überbieten. So wie diese Geldgeber gefunden haben, die ihnen auf ihren persönlichen Kredit hin die garantierte Summe zur Verfügung stellten, so müßte es erst recht in Deutschland, wo jüdischer Einfluß auf den Kapitalsmarkt eine von unseren Gegnern zwar überschätzte, aber trotzdem von uns nicht zu unterschätzende Rolle spielt, möglich sein, diejenigen Kreditinstitute zu finden, die bereit wären, auf die persönlichen Bürgschaften einer größeren Anzahl von kreditwürdigen Zionisten die zukünftigen Einnahmen des Keren Kajemeth in Deutschland zu bevorschussen. Was in Deutschland möglich ist, ist ebenso gut in allen Ländern Europas und in Amerika durchführbar. Der Nutzen einer solchen Aktion würde nicht nur darin bestehen, daß der Keren Kajemeth endlich über diejenigen Geldreserven verfügte, die es ihm ermöglichten, überall dort, wo sich eine Gelegenheit bietet, Land zu erwerben, oder Siedlungen zu gründen, rechtzeitig zur Stelle zu sein und seine Kaufbedingungen zu stipulieren, sondern vor allem in dem Erwerbe von ebenso viel neuen eifrigen Mitarbeitern wie sich Zionisten gefunden haben, die bereit gewesen sind, diese Einnahmen zu garantieren. Daß das Interesse der tausend Garanten an der Erreichung der von ihnen garantierten Jahreskontingente sich in einer verstärkten Propaganda und Mitarbeit auswirken würde, kann nicht bezweifelt werden. Aber nicht nur für den Keren Kajemeth ist das Beispiel Kanadas von bahnbrechender Bedeutung, sondern in weit höherem Maße noch für das wichtigste Finanzinstrument des Palästina-Aufbaues, den Keren Hajessod. Für diesen bietet sich hier eine Chance, deren rechtzeitige Erfassung von schicksalshafter Bedeutung für den Zionismus werden kann. Der Keren Hajessod hat in den wenigen Jahren seiner Existenz in weiten Kreisen der zionistischen und nichtzionistischen Judenheit so festen Fuß gefaßt, daß er viele tausende zuverlässiger und — was hier die Hauptsache ist — blei_ bender und regelmäßig zahlender Freunde zu seinen Mitgliedern zählt. Von der sich alljährlich wiederholenden, den jeweiligen Einkommensverhältnissen auf der Grundlage des Maasser angepaßten Beitragszeichnung bis zu dem auf eine Reihe von Jahren im voraus gegebenen Zahlungsversprechen ist ein Schritt, der, wenn er auch nur von denen gegangen wurde, die ihren Beitrag zum Keren Hajessod als eine laufende Verpflichtung anzusehen gelernt haben, ungeahnte Möglichkeiten für die Zukunft des Aufbaues in Erez Israel eröffnet. Schon oft ist an dieser Stelle der Gedanke einer allgemeinen jüdischen Anleihe für die Zwecke des Palästina-Aufbaues erörtert, aber als verfrüht wieder verworfen worden. Hier bietet sich eine ideale Lösung dieses Problems, ohne daß es einer Antwort auf die Frage der Sicherheiten bedürfte. Die einzige Form, in welcher zur Zeit an die Aufbringung größerer Geldmittel, die sonst nur im Wege nationaler Anleihen mobilisiert werden, gedacht werden kann, ist, solange das jüdische Volk als solches keine realen Werte besitzt, die als Unterlage für eine nationale Anleihe dienen können, der persönliche Kredit der einzelnen Volksgenossen. Was

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