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Palästina · 1928-03-01 · Heft 3-4 (März 1928) · p. Seite 160

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Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 3-4 (März 1928)
Article
Der neue Weg
Date
1928-03-01
Page
Seite 160 (sequence 1)
Language
German
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160 Die Finanzierung des Siedlungswerkes. Ueber dieses stets aktuelle Thema haben wir in Nr. 1/2 1927 einige Aufsätze abgedruckt und in Nr. 6/7 einen weiteren Vorschlag veröffentlicht Da die Diskussion in der zionistischen Oeffentlichkeit noch nicht zum Abschluß gelangt ist, nehmen auch wir sie mit nachstehendem Artikel wieder auf. Der Vorschlag des Autors bringt jenen von D. Remes (Nr. 1/2 1927, Seite 42) in eine praktische Form. Die Red. Der neue Weg. Von Dr. Ludwig Goldwasser, Leipzig. Die glänzende Leistung der kanadischen Zionisten, die durch die Inanspruchnahme ihres persönlichen Kredits dem Keren Kajemeth die sofortige Verfügung über eine Summe verschafft haben, die er im gewöhnlichen Verlauf der Dinge bestenfalls in einer langen Reihe von Jahren von ihnen zu erwarten gehabt hätte (siehe unsere Mitteilung darüber 1927,, S. 613. — Die Red.), hat in allen Ländern, wo Zionisten wohnen, verdiente Bewunderung, man kann sogar sagen Begeisterung, erweckt. Die bloße Anerkennung dieser großartigen Leistung durch den Weltzionismus kann, das fühlen wir alle, nur der kleinere Teil des Dankes sein, den wir unseren kanadischen Gesinnungsgenossen schulden. Die Zionisten der ganzen Welt sind die moralischen Schuldner ihrer Gesinnungsgenossen in Kanada geworden. Diese haben einen Anspruch darauf erworben, daß ihr Beispiel von ihnen befolgt werde. Wir alle wissen, daß die ungesäumte Aufbringung großer Geldmittel bei der in Palästina herrschenden Krise, die aus der Kapitalsarmut des Landes entstanden ist. notwendig ist, um unsere mit ungenügendem Kapital begründenden Stellungen zu halten und zu festigen. Mehr denn je heißt Geld, sofort und viel Geld, das Gebot der Stunde. Es ist klar und von niemand besser erkannt worden, als von den Zionisten selbst, daß. es verschiedene Formen gibt, in denen der einzelne je nach Neigung, Lebensgestaltung und Bindung in seinen Kreis, der zionistischen Pflicht, sein Können und seine Leistungen in den Dienst des Palästina-Aufbaues zu stellen, Genüge tun kann. Wer nicht wie unsere Chaluzim seine ganze Persönlichkeit für die Verwirklichung der zionistischen Idee einzusetzen vermag — und daß das praktisch weder alle können noch gar sollen, zeigt uns die gegenwärtige, aus dem Mißverhältnis zwischen einwandernden Menschen und einwanderndem Kapital geborene Wirtschaftskrise in Palästina — genügt seiner zionistischen Pflicht, indem er materielle Opfer für den Aufbau des Landes bringt, d. h., durch freiwillige Selbstbesteuerung für die anerkannten Finanzinstrumente des Palästina-Aufbaues seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit dem Lande zur Verfügung stellt. Die Leistungen, die das jüdische Volk in den wenigen Jahren des Bestehens dieser Fonds für den Aufbau Erez Israels erbracht hat, sollen gewiß nicht verkleinert werden. An dieser der Würdigung einer hervorragenden zionistischen Leistung gewidmeten Stelle bedeutet es keinen Tadel, wenn wir uns eingestehen, daß alles das, was die Zionisten der ganzen übrigen Welt bisher an materiellen Opfern für Erez Israel gebracht haben, auch nicht annähernd einen Vergleich' mit dem zuläßt, was unsere kanadischen Freunde geleistet haben und erst recht nicht mit dem, was wir aus ihrem Beispiel lernen können. Das was die Tat des kanadischen Zionismus über das Alltägliche hinaushebt — großzügige Zuwendungen und Stiftungen einzelner Freunde unserer Idee sind bei uns glücklicherweise keine Seltenheit — ist die ihrer Aktion innewohnende symptomatische Bedeutung. Zum ersten Male in der langen Geschichte jüdischen und zionistischen Opfersinns begegnet uns hier die Tatsache, daß sich jüdische Menschen nicht nur mit ihrer Gegenwart, sondern auch mit ihrer Zukunft für eine Idee einsetzen. Nicht überall ist die Lage des Zionismus und die wirtschaftliche Schichtung seiner

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