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Palästina · 1928-03-01 · Heft 3-4 (März 1928) · p. Seite 158

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Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 3-4 (März 1928)
Article
Ansiedlung auf Grund rationeller Milchwirtschaft
Date
1928-03-01
Page
Seite 158 (sequence 7)
Language
German
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158 Das bedeutet eine Investition von 10 bis 20 'Pfund pro Eamilde resp. 2 Pfund pro Kuh. Die Vorteile aber, die sich aus dieser kleinen Investition ergeben, sind unschätzbar. Der erste wichtige Vorteil ist der, daß die Nachtruhe des Siedlers nicht gestört wird. Er kann seine Kühe täglich zweimal, -morgens und abends, melken und muß dies nicht so wie jetzt, in d'er iNadht tun. Er kann seine iMilclh sofort nach dem- Melken indas Kühlhaus geben. Die Verwaltung des Kühlhauses aber liefert die ganze Milch der Siedlhing rechtzeitig ian der Bahn ab. Dasselbe System kann .auf Gemüse amgewen* det werden, das für die Verteilung eingelagert wird1, und zwar sowohl für Exportware, als auch für jene Ware, die am Ort konsumiert werden soll. Man .sollte auch bedenken, daß das Tagwerk des Siedlers nicht übermäßig groß sein darf, damit er imstande sei, es allein ohne gemietete Arbeitskraft zu versehen* Es ist keine leichte Arbeit, 1,2 bis 20 /Stück Vieh täglich zu füttern, zweimal täglich den Stall zu reinigen, die Kühe zu melken, die Milch abzuliefern, das Gras mehrmals im Jahr zu mähen usw., ialber nicht zu schwer für einen Mann und eine Frau, die täglich die Resultate ihrer Arbeit waclhsen seihen. Wenn ein Einfuhrzoll auf Oelkuchen in Palästina besteht, so wird die Regierung sich nicht weigern, ihn 'aufzubeben, sobald die Notwendigkeit der Verwendung guten Düngers für den Boden nachgewiesen ist, der die Getreide-, iFrucht- und Gemiüseproduktion wesentlich beben, den Export steigern und den Import von Lebensmitteln verringern wird. Der Emgros-Einkauf von Oelkuchen wird den Preis derselben auch mindern, woraus sich ebenfalls eine Ersparnis für den Siedler ergibt. Der Milclhverbraiuch wird. in Palästina sicher zunehmen, -sobald der Detailpreis auf zirka 2 Pt. pro Liter gesunken sein wird. Der Engrossist oder die Absatzorganisation und der Detädlhändler werden infolge des .größeren Umsatzes mit einer geringeren Profitrate zufrieden sein. Jedenfalls besteht bei einem Milclhpreiis vom] einem Piaster pro Liter ab Siedlung lür lange Zeit keine Gefahr für einen zufriedenstellenden Umsaitz. (Der Verfasser scheint doch zu optimistisch zu sein, wenn er annimmt, daß bei einem billigen Milchpreis der "Konsum in Palästina ülbermiätßiig stark ausdehnbar ist. Vgl. dazu den Artikel von Harry Viteies in (Nr. 1/2 1928,;S. 66.) Noch etwas ist zu bedenken: (Sobald man in der .Welt wissen wird, daß die Unterhialtskoisten in Palästina verhältnismäßig tief sind, nicht verhältnismäßig hoch, wird eine Flurt von Touristen -und von (Kapitalisten in das Land kommen und sowohl die Regierung als auch die .ganze Bevölkerung kann daraus nur Vorteile ziehen, loh hoffe, daß 'jedermann mit mir in diesem Punkte ubereinstimimt. Diejenigen Leute, die die bestellenden hohen Preise in Palästina aufrechterhalten wollen und gleichzeitig eine Nachfrage nach den Produkten erhoffen, haben keine vernünftige Auffassung. (Der Milchpreis ist nur eine Komponente der Unterhaltskosten, mit dessen Senkung noch keine wesentliche Ermäßigung der Lebenskosten erzielt werden kann. Ueber dieses Problem vgl. den Artikel von (Dr. Bonne im' dieser Nummer. — Die Red.) Unser Plan zeigt klar, daß mit »Hilfe von Bewässerung, verbessertem Viehstand, rationeller iFütterung, gutem Dünger und erweiterter Produktion Palästina in1 naher Zukunft in der günstigen Lage sein kann, tausende neue Siedler auf dem Lande zu haben (denn die für die Milchwirtschaft notwendige Erfahrung kann durch jedermann in wenigen Monaten erworben werden), noch mehr Engros- und Detailhändler und Arbeiter, viele Touristen und Kapitalisten. In all diesen Vorschlägen ist nichts Neues, Entdeckungen zu machen, lag nicht in der Absicht des Verfassers, sondern die Aufmerksamkeit sollte auf die folgenden sehr alten Wahrheiten gelenkt werden: Palästina ist imstande, fast alles, was in der Welt angebaut wird, reichlidh und in bester Qualität zu produzieren, -aber es ist ein ziemlich kleines Land und wenn man es ermöglichen will, idaß es nebst der derzeitigen Bevölkerung noch eine Million Menschen oder auch mehr erhält, so soll man mit Experimenten, Untersuchungen unid (endlosen Diskussionen keine Zeit verlieren. Kein Experiment und keine Untersuchung werden

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