Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1928)
- Article
- Ansiedlung auf Grund rationeller Milchwirtschaft
- Date
- 1928-03-01
- Page
- Seite 154 (sequence 3)
- Language
- German
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154 schtaifft werden können^ macht zu 25 und 40 Pfund pro Stück sondern zu beiläufig 15 Pfund. Australien, Neuseeland, Südafrika und Südamerika, wo das KMnua «dein von Palästina ähnlich ist, geben junge Milchkühe zu 7 bis 10 Pfund pro Stück ab. Die Fracht auf 'Dampfern, die Vieh von dien nächsten Ländern nach (Palästina bringen oder •brittugen werden, würde beiläufig 4 Ibis 6 Pfund pro Stück Vieh {betragen. Die Kühe sind dort von guter Größe, allerdings nicht erstklassige Milchkühe. Aber durah die Kreuzung mit jungen holländischen Stieren wird ihre Miflcher^ebigkeit wesentlich gesteigert werden, ferner wird diese auch durch die Oelkuchenrationen günstig beeinflußt, So sehen wir, daß die Investition für Milchvieh in Anbetracht der Vorteile, die sich aus ihr für den Siedler und für die gesamte Kolonisation ergeben, nicht zu hoch ist. Nun gehen wir zur Frage über., wie gutes und nahrhaftes iFutter im großen zu dem geringstmöglichen Preis versdhafft werden kann. i(Das Ziel ist nicht, Entdeckungen zu machen, sondern rechnerisch den Unterschied zwischen einem System und einem anderen zu erweisen.) Wir wissen, daß der Durchsdhnittssiedler in Palästina mindestens 100 Pfund braucht, um die jährlichen Ausgaben für seinen Unterhalt zu decken, diesen Betnag kann er unmöglich bei einer Bodenzuweisung von 100 Dunam hereingekommen, denn dieser Boden ergibt gewöhnlich einen Brutto er trajg von —.40 bis 2.— Pfund pro Dunaim, <dkirchscJhnittlich also ein Pfund oder etwas rnehir, wie das derzeit (bei Anbau von Getreide der Fall ist; und noch weniger kann der Siedler sich erhalten, wenn er kleine Flächen mit F r u c h t p f ll <a.mzu^i n ha t, wie dlas. der Fall beim Weinbau ist. Nach dem Bericht des Agr. J. Ettinger wurden in der Siedlung Diaganita A 250 Kilogramm Heu auf nicht bewässertem Boden und 3900 Kilogramm lauif bewässertem Boden geerntet; in Dagania B ergab im Jiaihre 1926 der nicht bewässerte Boden dasselbe Quantum wie der von A, der bewässerte Boden ergab 2600 Kilogramm, Diese Zalhllen zeigen klar, wie zuinindest der größere Teil des Problems der (jüdischen Kolonisation in Palästina in sehr zufriedenstellender Weise und in kürzester Zeit gelöst werden kann. Wenn wir die durchsclhnittliahe Fläche, die ein Siedler in Palästina jetzt zur Verfügung hat, mit 100 Dunam berechnen nnd gemläß dem gegenwärtigen System. 4 Milchkühe und einen Maulesel oder ein 'Pferd annehmen, braucht er 18 Tonnen Heu pro Jahr [5 Stück X 10 Kilogramm jedes X 360 Tage). Das entspricht einer Heuernte von 72 Dunam Lfand bei 250 Kilogramm pro Dunam unter der Voraussetzung nicht bewässerten (Landes. In diesem Fall verbleibt dem Siedler eine selhr 'kleine Fläche zur Bewirtschaftung.. Er kann seinen Lebensunterhalt weder aus der Milchwirtschaft gewinnen, noch aus der Bewirtschaftung des Bodens, wie die folgenden Zahlen beweisen: 4 Milchkühe zu 2000 Liter pro Jahr, 8000 Liter zu 1% Pt. Pfund 100.— 25 Dunam bewirtschaftetes Land zu Pfund 1.— Brutto ein - einnahmen ..................... Pfund 25.— Gesamteinkommen . . . Pfund 125.— Ausgaben: 5 Stück Vieh konsumieren täglich 20 Kilogramm .(je 4 Kilogramm), in 300 Tagen 6 Tonnen Körnerfrucht, was selbst bei dem geringen Preis von Pfund 8.50 pro Tonne ausmacht........................Pfund 51.— Zinsen des Wertes der Wirtschaft, Pfund 1200,— zu sechs Prozent ....................... „ 72.— Pfund 123.— Bi-Banz . . . Pfund 2.— So sehen wir, daß der Siedler keinen Ertrag seiner Arbeit hat und deshalb gezwungen ist, von den Zinsen, die er nicht bezahlt, zu leben. Die (unwiderlegbare Fol-