Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1928)
- Article
- Ansiedlung auf Grund rationeller Milchwirtschaft
- Date
- 1928-03-01
- Page
- Seite 155 (sequence 4)
- Language
- German
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155 gerung daraus ist, -daß die Lösung des Problems durch ein solches oder ein ähnliches System nicht erwartet werden kann. Wenn aber der Siedler, entsprechend meinem Vorschlag, 10 Milchkühe tinid 2 Ochsen für die Arbeit «hat und entweder 50 iBuuiiam bewässertes Land oder beiläufig 300 oder sogar 350 Dunam nicht bewässertes, welche Erfolge können wir dann erwarten? 10 Kühe zu 2500 Liter Milch jährlich, «(zufolge »der protein- und fettreichen Fütterung mit Oelkuchen), 25.000 Liter zu nur 1 Pt...................... Pfund 250.— Auf bewässertem Boden ergibt sich überdies ein Ueberschuß von 10 bis 20 Tonnen Heu, bei Annahme von durchschnittlich 30 Dunam Grasiland............ „ 15.— Wert von 5 Stück .gezüchteter junger Kühe odier KäJfiber mindestens durchschnittlich................ „ 100__ Aus der Bilanz von 15 Dunam Gemüsegarten oder ertragreicher Fraohtpflanzungen wie B;ananen und Orangen, durdhschnittlich Pfund 4.—.............. „ 60.— Insges-amt . . . Pfund 425.— Ausgaben: 10 Kühe verbrauchen 30 Küograinm Oelkuchen täglich, bei 250 Melktagen 73^ Tonnen; 10 Stück iKällber il Kilogramm täglich, in 200 Tagen 2 Tonnen, insgesamt sind 9H Tonnen Oelkuchen erforderlich zum Höchstpreis von Pfund 12.—■ pro Tonne, das sind............... „ 114.— Zinsen des Wertes der Wirtschaft, 6 Prozent von Pfund 1500.— „ 90.— Versicherung für 22 Stück Vieh zu V2 Pfund jährlich ... „ 11..— Persönliche Ausgaben.................... „ 100.— Pfund 315.— Bilanz . . . Pfund 110.— Wir kommen durch diese .Zahlen zu einigen zwingenden Schlüssen'. 1. Kein Siedler sollte irgend eine Frucht anbauen, dteren reiner Ertrag weniger als Pfund 4.— ausmacht, denn idie Zinsen für 'Investitionen und (Lebenshaltungskosten, Pfund 90.— und Pfund 100.— resp. Pfund 190.— bei beiläufig 45 Duraaim bewässerten Landes, betragen sogar mehr iaills Pfund 4.— pro Dunam; 2. Da ider Durchschnittspreis für Getreide zirka Pfund 10.—, eventueli sogar weniger, pro Tonne beträgt, so muß der Siedler mindestens 500 Kiloigraniimi iGetreiide pro Dunam ernten (es müssen immer 20 Prozent tatsächliche Ausgaben berechnet werden), während gegenwärtig nur 1/s dieses Quantums geerntet wird' und selbst bei Bewässerung, natürlichem und künstlichem Dünger das Ernteergebnis kaum auf die Hälfte, d. h. auf 250 Kilogramm pro Dunam gebracht werden kann. Es ist, kllacr, der Getreideanbau auf b ewäs se rt em Land wird immer Verlust und Entbehrung für alle Beteiligten ergeben; 3. Wenn der Siedler in dem bewässerten Gebiet für Gemüse und Früchte ndcint wenigstens Pfund 8.— pro Dumam einnehmen kann — nicht Pfund 4.— pro «Dunam, wie hier berechnet wurde — so sollte er, dla die drei Dunam, (für Milchwirtschaft verwendet, Pfund 8.— einbringen, Garten und /Pf lanzungswir tschalft ausgeben und! statt dessen die Zahl der Milchkühe von 10 auf 15 Stück erhöhen; 4. Es ergibt sich auch, idaß Gemüse und' Früchte einen hohen Preis erzielien müssen, wenn sie nur einmal im Jahr geerntet werden. Dias -bedeutet das Erfordiernis rationeller Organisation im vollen 'Sinne des Wortes. 'Es muß bemerkt werden, -daß der Wert des voun Milchvieh gelieferten Düngers hier niclht in Betracht gezogen worden ist.