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Palästina · 1928-03-01 · Heft 3-4 (März 1928) · p. Seite 145

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Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 3-4 (März 1928)
Article
Landbesteuerung in Palästina
Date
1928-03-01
Page
Seite 145 (sequence 4)
Language
German
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145 Dadurch waren wir wohl einigermaßen über die Publikation der offiziellen Tabellen (VI) in dem Buch verwundert, welche die durchschnittliche Auswirkung des „Oscher" auf die Nettoeinkünfte, bei durchschnittlichen Ausbeutungsausgaben, zeigen. Wir sind, wie es sich später zeigen wird, wenig geneigt, diese Tabelle als durchschlagendes Argument zu gebrauchen, Die Wirkung einer derartigen Steuer ist theoretisch genügend zu erfassen und klar zu machen, um diese Erkenntnis nicht durch sogenannte Erfahrungsziffern zu trüben. Dadurch bekommt das Buch einigermaßen den Charakter einer Streitschrift, welchen es sonst übrigens am allerwenigsten hat. Wir greifen deshalb auf das zurück, was wir früher über die verschiedenen Produkticnssphären schrieben, die in Palästina noch immer nebeneinander bestehen. Dazu paßt kein Durchschnitt der Ausbeutungskosten. Jeder hat die Freiheit, Kapital so dumm als möglich zu investieren, doch ist das kein Argument oder Material zur Beurteilung des ..Oscher" auf die Nettoeinkünfte. Im Anschluß an das, was wir darüber oben schon bemerkten, ist der „Oscher" unter manchen Umständen vollkommen zu verteidigen, unter anderen abzuändern, in noch anderen Verhältnissen ist er unmöglich. Der Hauptsache nach behandelten wir bis jetzt den „Oscher". In der Tat ist dieser die Hauptsache, wenn wir auch später mehr das ganze System ins Auge fassen werden. Eine Nebenbemerkung sei uns jedoch noch erlaubt. In diesen Kapiteln bereitet der Autor unserer Ansicht nach zu sehr seine Folgerungen vor. so daß in den späteren Kapiteln zuviel Wiederholungen vorkommen, wodurch die Darstellung an Deutlichkeit hie und da etwas einbüßt. III. Wenn Granovsky jetzt zu den Vorschlägen zur Verbesserung des fiskalischen Systems kommt, dann ist er so verständig, sich den Rock des Fiskus anzuziehen. Er begreift, daß das Geld ja doch von irgend woher kommen muß und mit Recht, denn das ist der Anfang aller fiskalischen Weisheit. Diese Haltung erhöht den praktischen Wert der Arbeit ungemein. In jenem Gewand sieht unser geehrter Freund nicht schlecht, aus. Nichtsdestoweniger scheint er uns als für dieses Klima zu dick angezogen. Wenn die Prinzipien, die er sich zu verwirklichen denkt (Seite 84 der deutschen Ausgabe), in einem Land vollständig durchgeführt wären, so würden die Finanzminister desselben auf Rosen gebettet sein. Gegen eine Tendenz, wie in diesen nachfolgenden Prinzipien enthalten, haben wir einige Bedenken. Granovsky sagt: a) „Das Steuersystem muß die Gesamteinnahmen aus den Steuern in einer ausreichenden Höhe sichern, um dem Staate die Deckung seines Haushaltes ohne Schwierigkeiten zu gestatten, b) Es muß ein möglichst stabiles Staatsbudget, das nicht von zufälligen Ereignissen, wie Mißernten, u, a. m. abhängig ist, verbürgen." Wir würden" ein wenig Mäßigung bei der Anwendung dieser Thesen empfehlen, besonders wenn wir diese zwei Punkte gegenübergestellt betrachten. Wir gönnen den Verwaltern der öffentlichen Finanzen schon einige Schwierigkeiten. Wir stimmen mehr der Auffassung bei, daß die Ausgaben in Uebereinstimimung mit den Einnahmen sein müssen, die nicht willkürlich in die Höhe geschraubt werden können, wobei dann auch ohne Schwierigkeit Deckung vorhanden sein muß. Noch viel weniger stimmen wir dem bei, daß die Staatskassa nicht die Wirkung der ökonomischen Ungunst der Zeiten fühlen soll. Im Gegenteil: in einem überwiegend agrarischen Land zum Beispiel, erachten wir es für wünschenswert, daß die Einkünfte der Staatskassa abhängig sind von Ereignissen, wie Mißernte. Was die Reformvorschläge Granovskys betrifft, so bleiben wir nicht bei denen stehen, die bloß auf Abänderungen mehr technischer Natur —• Abschätzung, Einkassierung u. dgl. — zielen. Wir können diesen beinahe völlig zustimmen. Ebenso billigen wir den Vorschlag der starken Besteuerung brachliegenden Bodens. Vollkommen mit Recht verwirft der Autor die moderne Einkommensteuer für Palästina. Wir stimmen darin mit ihm überein, daß die Verhältnisse dafür noch nicht

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