Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1928)
- Article
- Die Aussichten der Metallindustrie in Palästina
- Date
- 1928-03-01
- Page
- Seite 130 (sequence 10)
- Language
- German
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130 Nach Erez-Israel wurden im Jahre 1925, Schrauben, Muttern, Bolzen und Drahtstifte um den Betrag von 31,723 Pfund (darunter Drahtstifte um 7935 Pfund), nach Aegypten wiederum um 98.554 Pfund eingeführt. Man geht nicht fehl, wenn man annimmt, daß die in Betracht gezogenen acht Orientländer jährlich einen Bedarf an den erwähnten Fabrikaten um den Betrag von 200.000—250.000 Pfund haben. Beim Import von Schrauben und Nieten verteuert sich hier der in der europäischen Fabrik geltende Preis um etwa 17 Prozent. Sollen aber diese Fabrikate hier im Lande erzeugt und zu diesem Zwecke Rohmaterialien eingeführt werden, so muß man mit 6.50 Pfund per Tonne für das Eisen und 2.30 Pfund für Fracht vom Werk in Europa bis ins Haus in Jaffa rechnen: Das macht 35.4 Prozent aus. Berücksichtigen wir den Abfall, der in diesem Falle 15 Prozent beträgt, dann ergeben sich ca. 41 Prozent. Nun macht aber das Material 45 Prozent des in der europäischen Fabrik geltenden Preises aus, weshalb sich der Transport der Rohmaterialien in 41X0-45 ca. I8V2 Prozent, auswirken wird. Die hier in Erez-Israel produzierten Schrauben und Nieten würden sich daher, des Transportes wegen, auf II8V2 Prozent, die aus Europa importierten hingegen auf nur 117 Prozent verteuern. Es ergibt sich daher eine Differenz von l1/^, d. h., das hiesige Fabrikat würde 1%/117 ca. 1.3 Prozent, teurer sein. Das fällt aber nicht ins Gewicht, wenn berücksichtigt wird, daß die Schraubenfabrikation in Europa 20 Prozent Reingewinn auf die Gestehungskosten einträgt. Es geht aus dieser Rechnung hervor, daß Schrauben und Nieten für Inlandsbedarf hier leicht konkurrenzfähig erzeugt werden können. Anders verhält es sich, wenn dieses Fabrikat exportiert werden soll. Dann tritt eine weitere Verteuerimg um den Transport in das betreffende Land ein. Dieser dürfte etwa 10—12 Prozent ausmachen, wird also nur einen Teil des ganzen Reingewinnes verbrauchen. Unter diesen Umständen könnte eine Spezialfabrik für Schrauben und Nieten mit einem jährlichen Produktionsquantum im Betrage von 20.000—25.000 Pfund als rentabel und konkurrenzfähig arbeiten. Vielleicht die Hälfte der Produktion könnte im Lande Absatz finden, während für die andere der große Markt der erwähnten Orientländer in Betracht kommt. Unter einem ähnlichen Gesichtspunkte ist die Frage einer Fabrikation von Drahtstiften (Nägeln) zu betrachten, nur mit dem Unterschiede, daß für sie im Lande im Jahre 1925 nur ein Bedarf um den Betrag von 7935 Pfund vorhanden war. In den soeben behandelten zwei Fällen spielt die Transportfrage eine wichtige Rolle. Wir wollen nun auch auf Fabrikationsmöglichkeiten hinweisen, wo Gewicht und Rauminhalt von Fertigware und hiefür notwendigen Rohmaterialien im Verhältnis zu ihrem Werte sehr gering sind, weshalb die Frachtspesen sich in der Preisbildung nur wenig auswirken. Es sind dies die Gebiete der feinmechanischen und der elektrotechnischen Industrien, die bisher bei uns keinerlei Beachtung gefunden haben. Und doch sind nach Erez-Israel im Jahre 1925 Fertigwaren dieser Produktionszweige um den ansehnlichen Betrag von rund 125.000 Pfund eingeführt worden, während für Aegypten ein Import der gleichen Fabrikate um rund 600.000 Pfund für dasselbe Jahr ausgewiesen ist. Berücksichtigt man noch die Tatsache, daß feinmechanische Industrien, wie aus Tabelle III hervorgeht, einen verhältnismäßig hohen