Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1928)
- Article
- Die Aussichten der Metallindustrie in Palästina
- Date
- 1928-03-01
- Page
- Seite 129 (sequence 9)
- Language
- German
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129 geben. Bei einer Geschirrstärke von 1 mm machen die Materialkosten 40 Prozent dieses Verkaufspreises aus. Um eine Tonne Aluminiumgeschirr hier im Lande erzeugen zu können, werden, des Abfalles wegen, etwa 1250 kg Blech importiert werden müssen. Der Preis des Aluminiumbleches ist ab Walzwerk in Europa 162,5 Pfund per Tonne. Rechnen wir mit 4 Pfund per Tonne für den Transport vom Lieferanten in Europa bis in die Fabrik in Jaffa, so macht es etwa 2.5 Prozent des Blechverkaulspreises (ab Werk) aus. Berücksichtigen wir die 25 Prozent Abfall, so ergeben sich 2.5XL25 ca. 3.1 Prozent. Nun macht aber das Material nur 40 Prozent des Fabrikspreises aus, weshalb sich die Frachtkosten des Aluminiumbleches in 3.1X0.4 etwa 1.25 Prozent des Geschirrverkaufspreises (ab Werk in Europa) auswirken. — Nehmen wir für Transportspesen des Aluminiumgeschirres nicht 16 Prozent, sondern nur zehn Prozent an, so ergibt sich noch immer ein Vorteil von mehr als 8 Prozent zugunsten einer Fabrikation hier im Lande. Betrachten wir nun Aluminiumgeschirr, 2 mm Stärke, so macht hier das Material etwa 55 Prozent des Verkaufspreises aus. Bei Berücksichtigung des etwas niedrigen Blechpreises äußert sich der Transport des Materials in 3X0-55 etwa 1.7 Prozent des Geschirrverkaufspreises. Wenn wir nun in Betracht ziehen, daß der Transport des stärkeren Geschirres etwas billiger ist, so wird sich noch immer ein starkes Plus für eine Inlandsproduktion ergeben. Nicht anders verhält es sich mit Emailgeschirr. Der Preis des notwendigen Geschirr-Ziehbleches beträgt 11.— Pfund per Tonne ab Walzwerk in Europa. Rechnen wir mit 3.— Pfund Transportspesen per Tonne vom Lieferanten bis ins Haus in Jaffa, so macht dies 27.3 Prozent aus. Bei Berücksichtigung der 25 Prozent Abfall ergeben sich 34.1 Prozent. Nun macht aber das Material bei Emailgeschirr 15—20 Prozent des Geschirrverkaufspreises aus. Der Blechtransport wirkt sich daher in 34.1X0-2 6.8 Prozent des in der europäischen Fabrik geltenden Emailgeschirrpreises aus. Nun sind aber die Frachtspesen für Emailgeschirr höher, als die oben für Aluminiumgeschirr angegebenen. Es wird daher auch in diesem Falle ein bedeutendes Plus für eine Produktion hier im Lande sprechen. Würden wir nun mit 18 Prozent Transport für Emailgeschirr von der Fabrik in Europa bis ins Haus in Jaffa rechnen, so würde dieser Prozentsatz auch im allgemeinen für jedes der erwähnten Orientländer die Gültigkeit behalten. Von Erez-Israel hingegen kann man mit Zweidrittel dieser Frachtspesen, also mit 12 Prozent rechnen. Nach Hinzufügen der oberwähnten 6.8 Prozent wird unser Fabrikat, des Transportes wegen, in einem Orientlande ungefähr nur jene Verteuerung erfahren, die auch bei europäischem Geschirr eintreten muß. Je näher eben bei dieser Ware die Fabrik dem Konsumenten ist, umso günstiger gestaltet sich der Einfluß des Transportes auf die Preisbildung. Wirkt sich nun einerseits sogar der Transport so günstig aus und ist andererseits ein so umfangreicher Markt vorhanden, wie oJben angeführt wurde, so muß man sich wundern, daß bisher niemand zu diesem so rentablen Tätigkeitsfeld gegriffen hat. Es harrt hier eine aussichtsreiche Industrie des großzügigen Unternehmers, der hier sein Kapital bestens anlegen kann. Wir wollen nun einem anderen Fabrikationszweige der Metallindustrie nähertreten, bei dem sich der Transport ganz anders auswirkt.