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Palästina · 1928-03-01 · Heft 3-4 (März 1928) · p. Seite 113

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Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 3-4 (März 1928)
Article
Das Problem der Teuerung in Palästina
Date
1928-03-01
Page
Seite 113 (sequence 13)
Language
German
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113 Pfundes selbst aus, dL h. im Lande selbst trat, wenn auch nicht allein bedingt dadurch, ein interessantes nationalökonomisches Phänomen, eine „innere Geldentwertung" auf. Während nämlich dieses Geld nach außen hin stets fast oder de facto vollen Goldwert hatte und auf den Devisenmärkten fast zu pari bewertet wurde, zeigte sich im Lande selbst eine subjektive Unterwertimg, die durch eine unpraktische Gliederung der Werteinheiten rein funktionell verursacht war. 2. Die zweite Tatsache, in ihrer Wirkung ungleich größer, war der seit der Okkupation sich unaufhörlich vollziehende Kapitalimport, war die mit der englischen Truppeninvasion beginnende „Kapitalinvasion". Sie wurde aus verschiedenartigen Quellen außerhalb des Landes gespeist und dürfte im Jahre 1927 die für das kleine Palästina außerordentlich hohe Summe von ca. 15 Millionen Pfund erreicht haben. Die Herkunft und die Wirkung dieses Kapitalzuflusses soll hier nur kurz skizziert werden. Dabei ist zunächst darauf hinzuweisen, daß die ins Land einströmenden Mittel nicht alle notwendig die gleiche Wirkung hervorrufen mußten, da sie nicht den gleichen Verwendungszwecken zugeführt wurden. Sicher ist jedenfalls, daß die außerordentlichen Kapitalzuflüsse allein für die Unterhaltung der palästinensischen Garnison mehr zu der Steigerung der Preise beigetragen haben, als dieproduktiven Investierungen staatlicher und anderer Investitionen, wenn auch diese zunächst auf dem Markte in Form von vermehrter Kaufkraft oder vermehrtem Kreditangebot (von seiten der Verkäufer) in Erscheinung getreten sind. Die gleiche Wirkung wie die für die Garnison einströmenden Subsistenzmittel (die noch im Budgetjahre 1924/25 die Summe von äg. Pfund 1,500.000 betrugen) übten natürlich auch die Subsistenzmittel der jüdischen Immigranten aus, wobei gerade hier oft zwischen einem produktiven und konsumtiven Verwendungszweck schwer zu unterscheiden sein wird, denn auch die produktive Verwendung von Kapitalien heißt noch nicht, daß die Eigentümer sofort eine hinreichende Rente daraus beziehen und nicht auch von ihren Mitteln leben müssen. Erwähnt werden muß hier auch die Unsitte des Borgens und Zettelwesens, das insbesondere im Detailhandel zwischen Detaillist und Konsument um sich griff und als neugeschaffene zusätzliche Kaufkraft zweifellos die Tendenz zur Hochhaltung: der Preise begünstigte und eine genaue Preiskalkulation beider Seiten unmöglich machte. Demgegenüber ist der Zufluß der großen Kapitalien für den Bau der Eisenbahn Kantara—Haifa, den Ausbau des Straßennetzes, des Telephon- und Telegraphendienstes durch die englische Militär- und Zivilverwaltung in seiner Wirkung für die Preisbildung nur in dem Umfang anzuführen, als damit Arbeiter beschäftigt, d. h, ernährt werden mußten. Stärker war und ist die Wirkung wieder bei den Geldern, die zur Deckung der zionistischen Budgets ins Land fließen, da diese in einem unverhältnismäßig hohen Maße dazu dienen, finanziellen Personalbedarf aller Art zu decken (Erziehungs- und Bildungsausgaben, Hadassaht Sijua, Administration) und die Empfänger von Gehältern deren Verausgabung auf wenige Märkte konzentrierten. 3. Als dritter Faktor der Preissteigerung ist die durch das politische Schicksal des Landes verursachte Strukturänderung seiner gesamten Markt- und Konsumtionsverhältnisse zu nennen. Die Aenderung ist sowohl »qualitativ« als »quantitativ« zu verstehen. Vor dem Kriege spielte der Europäer als Element der Nachfrage auf den palästinensischen Märkten kaum eine Rolle. Das änderte sich nach dem Kriege gewaltig,

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