Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1928)
- Article
- Die Frage der Organisation des Milchabsatzes
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 68 (sequence 3)
- Language
- German
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68 und in sechs der größten Städte der Vereinigten Staaten. In Britisch-Columbia ist der Preis noch niedriger als zwei Piaster, Vancouver, wo die genossenschaftliche Organisation am höchsten steht, hat den niedrigsten Milchpreis und die Produzenten erhalten mindestens 65 Prozent des Detailpreises, Mängel in den gegenwärtigen Methoden der Verteilung der Milch sowie der Produktion und des Verkaufes von Milchprodukten« Wenn wir den Prozentsatz von Milch, der in Palästina in Produkte verwandelt wird, mit jenem anderer Länder vergleichen, so steht Palästina zurück. In den Vereinigten Staaten sind es 53%, in England und Deutschland 60%, in Australien 65%, in Palästina bloß 50%, 1925/26 erhielten die Produzenten zirka 35% des erlösten Verkaufspreises — der Rest wurde von den Transportspesen und den Gewinnen der Zwischenhändler verschlungen, in Palästina erhalten sie selten weniger als 50%, Und trotz dieses Vorsprunges der Produzenten vor jenen anderer Länder besteht keine Meinungsverschiedenheit über den unbefriedigenden Zustand des heutigen Verkaufssystems, das nicht ohne schwere Schäden für die Produzenten fortdauern kann. Die Bauern erhalten für ihre Milch weniger als sie die Herstellung kostet, Die Zahlungen werden unregelmäßig und nicht ganz in barem geleistet. Die Verbraucher sind wieder unzufrieden wegen der hohen Preise von Milch und Milchprodukten. Der durchschnittliche Milchkonsum pro Kopf nimmt eher ab als zu. Die Verkäufer sind noch immer die herrschende Macht, die Verbraucher wollen nicht regelmäßig zahlen. Der Import von Milch etc, nimmt nicht ab. All diese Momente beweisen, daß die gegenwärtigen Methoden des Verkaufes dem Produzenten nicht das mögliche Maximum an Vorteilen bieten. Man muß sich stets vor Augen halten, daß der Zweck des genossenschaftlichen Verkaufes nicht der ist, Preise zu fixieren oder zu erhöhen. Der Hauptvorteil, den ein geregelter Verkauf dem Bauern bringt, ist die Einführung von Ersparnissen im Vertrieb, so daß der Produzent einen anständigen Preis erhalten kann. Wenn aber die Verkaufspreise hinaufgesetzt werden würden, so ist ein Konsumrückgang die Folge. Auch wäre der Preis dann für die Farmer verlockend, die Produktion übermäßig auszudehnen, wodurch letzten Endes der Markt überfüllt werden würde. Dann folgte die Reaktion, verbunden mit Verlusten für die Bauern. Vorschläge« Wie ist gegenwärtig die Situation in bezug auf den Verkauf der Milch jüdischer Produzenten? In Haifa, welches der natürliche Markt für die Emekmolkereien ist, stoßen diese auf die Konkurrenz der deutschen Kolonien. Obzwar deren Produktion nur 25% des in Haifa konsumierten Quantums beträgt, hat diese Konkurrenz einen schweren Rückschlag im Verkauf der jüdischen Milch zur Folge, weil man mit den Deutschen zu keinem Abkommen kommen konnte. Während der letzten vier Monate (Sommer 1927), in welchen es einen natürlichen Abfall in der Erzeugung gab und die Fütterungskosten wegen des Mangels von Weide sich erhöht hatten, mußte ein Teil der Milch nach Tel Awiw verschifft werden, aber die Preise blieben relativ sehr niedrig. In Haifa ist ein stiller Preiskampf ausgebrochen, der noch schärfer in den Wintermonaten bei stärkerer Marktbelieferung sich fühlbar machen wird. Für die nach Tel Awiw verschiffte Milch erhielten die Bauern sehr niedrige Preise, tief unter ihren Selbstkosten/ sie waren um 25% niedriger als jene, welche die Produzenten in dem Distrikt Tel Awiw erhielten.*) Und was eben so wichtig ist, die Bauern sind gezwungen, ihre Milch auf drei Monate *) Anmerkung: Die Bauern berichten, daß sie in den letzten drei oder fünf Monaten (vor 1, Okt.) die nachfolgenden Nettopreise (nach Abzug aller Transportkosten) erhielten: Nahalel ... .1.3 Piaster (Nettopreis pro Liter) Tel Adashim . . 1.3 „ „ „ „ Merchavia \ -. 1.2 „ „ „ Balfouria ... 1.1 ', ,,