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Palästina · 1928-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1928) · p. Seite 56

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1928)
Article
Die Entwicklung des Arbeitsmarktproblems in Palästina in den letzten Jahren und die Arbeitslohnfrage
Date
1928-01-01
Page
Seite 56 (sequence 13)
Language
German
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56 bruchssteilen gibt, aus denen A. seine Beispiele herholt. A. geht bei seiner Widerlegung stets von statischen Verhältnissen aus, während ich die dynamische Entwicklung im Auge habe, die in den Grundzügen sich durchsetzen wird, zwar nicht mit 100 Prozent, aber mit 80 oder 90 Prozent. Es gibt noch ein entscheidendes Argument, das für den Versuch dieser Organisierung spricht: daß sie kommen wird, ob wir wollen oder nicht; und wenn die Organisierung nicht mit Hilfe und Uebereinstimmung mit den jüdischen Arbeitern zustande kommt, so wird sie gegen die Juden und gegen den Zionismus zustande kommen, beeinflußt sei es von kommunistischer, sei es von arabisch-nationalistischer Seite oder von beiden zusammen. Aus diesen ganzen, hier naturgemäß nur flüchtig angedeuteten Zusammenhängen ergibt sich jedenfalls, von welcher entscheidenden Bedeutung das Lohnproblem für die Frage der Zukunft der jüdischen Arbeit im Lande überhaupt ist; besonders steigert sich seine Wichtigkeit durch die große Ausdehnung der Regierungsarbeiten in der nahen Zukunft im Zusammenhang mit der Frage der Beschäftigung jüdischer Arbeiter bei ihnen, Es ist nicht zweifelhaft, daß diese Frage eine Lösung in weiterem Umfange nur finden kann durch eine Erhöhung des allgemeinen Lohnniveaus im Lande überhaupt, sei es durch behördliche Festsetzung einer höheren Grundlohnbasis bei Regierurigsarbeiten, durch Kinderarbeitsverbot, Zulagen zu den Löhnen der jüdischen Arbeiter usw.; oder aber durch den vereinigten Kampf der gesamten Arbeiterschaft im Lande für eine Aenderung der primitiven Lebens- und Arbeitsbedingungen der arabischen Massen, Wenn auch dieser Prozeß nicht von heute auf morgen überall in gleichem Maße vor sich gehen wird, so soll man andererseits auch nicht die Möglichkeit einer gradweisen Entwicklung sogar innerhalb weniger Jahre, wie auch die Erfahrung bereits zeigt, von vornherein außer Betracht lassen. Die Lösung der Arbeitsfrage im Lande, auch nach Ueberwindung der augenblicklichen Krise — und wir rechnen doch schließlich mit einer neuen Masseneinwanderung nach einiger Zeit — hängt jedenfalls aufs engste mit diesen hier angeschnittenen Problemen zusammen. Fassen wir das in diesem Aufsatz über die Möglichkeiten der Lösung der Arbeitslosenkrise Gesagte zusammen (wobei wir das Sonderproblem der jüdischen Arbeit in den Pflanzungskolonien, das in seiner ganzen, heute keineswegs mehr rein ökonomisch bestimmten Problematik einer Sonderbehandlung bedarf, hier außer acht lassen), so läßt sich sagen, daß die Arbeitslosenfrage heute weder durch Auswanderung noch durch Herabsetzung der Löhne der jüdischen Arbeiter zu lösen ist; tritt die Regierung heute als Arbeitgeber in weit stärkerem Maße als früher hervor und steht infolgedessen zu hoffen, daß trotz der Langsamkeit, mit der die Regierung zu arbeiten gewöhnt ist, die Frage demnächst, zumindest zeitweilig, vielleicht für ein Jahr und länger hinaus, an Schärfe verlieren wird (was indes nicht hundertprozentig sicher ist), so muß gleichzeitig eine ernsthafte Anstrengung seitens der Zionistischen Organisation einsetzen, um die Ueberwindung der Arbeitslosenkrise zu einer dauernden zu machen, wobei die Pläne der Massenansiedlung am Rande der Pflanzungskolonien, »Schchunoth Owdim« usw. die Wege weisen (zugleich im Prozeß des Aufbaues die Arbeitslosenfrage lösend). Die Zionistische Organisation muß ihr feierliches Kongreßversprechen der Sonderaktion zu diesem Zweck einlösen, falls nicht andere Mittel (Anleihe) dieses Ziel zu erreichen verhelfen, Vor allem aber ist es wichtig, falls es gelingen

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