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Palästina · 1928-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1928) · p. Seite 52

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1928)
Article
Die Entwicklung des Arbeitsmarktproblems in Palästina in den letzten Jahren und die Arbeitslohnfrage
Date
1928-01-01
Page
Seite 52 (sequence 9)
Language
German
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52 sie Hand in Hand geht .mit einer größeren Aktivität der »Zionistischen Organisation«; das Feld der Tätigkeit ist ja augenblicklich weit genug. Mit dem Willen der Regierung, zu einer Lösung des Arbeitslosenproblems beizutragen und jüdische Arbeiter zu beschäftigen, erhebt sich, von ihr selbst aufgerollt, das Arbeitslohnproblem. Die Regierung betonte bis heute stets, daß sie bei all ihrem Willen, jüdische Arbeiter zu beschäftigen (wenn auch dieser Wille erst heute, 2 Jahre zu spät, als es nötig und nützlich gewesen wäre, aktivere Formen anzunehmen beginnt), nur eine Lohnbasis anerkennen könne, sowohl für jüdische und arabische Arbeiter; in praxi lag diese Basis stets so niedrig, daß die jüdische Arbeit, zumal bei der Art der Vergebung der Arbeiten durch »Tender« (Konkurse, bei denen fast stets derjenige Unternehmer, der die Arbeiter am drückendsten ausbeutet und infolgedessen das niedrigste Angebot machen konnte, den Auftrag erhielt; es kam nicht selten vor, daß Unternehmer die Aufträge erhielten, deren Angebote bis zu 30% unter der eigenen Schätzung des »Public Works Department« lagen, natürlich nur auf Grund von schrankenloser Ausbeutung von Frauen- und Kinderarbeit, von Löhnen unter dem Existenzminimum selbst arabischer Arbeiter, 10—12 - Stundenarbeitstag während 7 Tagen in der Woche usw.), aus den Regierungsarbeiten so gut wie gänzlich ausgeschaltet wurde, da keine Kalkulation jüdischer Unternehmer, die jüdische Arbeiter beschäftigten, auf einem Taglohnertrag von 10—12 Piastern aufgebaut werden konnte. Im Augenblick, da die Regierung den rein fiskalischen Standpunkt verließ und aktiver die Beschäftigung jüdischer Arbeiter erstrebte, stand sie vor dem Lohnproblem. Von Seiten der jüdischen Arbeiterschaft und ihrer Vertreter wurden der Regierung seit Jahren zweierlei Einwände gemacht, die ihren Eindruck auch auf die Dauer nicht verfehlten. Erstens: Daß die Art der Vergebung der Regierungsarbeiten einem schrankenlosen Ausbeutungssystem Platz bietet, das einer zivilisierten Regierung unwürdig sei; statt durch Kinder- und Frauenschutz einerseits, durch Festsetzung gewisser Mindestlöhne andererseits langsam das Lebens- und Kulturniveau der arabischen Arbeiter zu heben, unterstütze sie noch die Ausbeutung. Zweitens aber sei nicht einzusehen, warum, entsprechend der anerkannten Tatsache eines verschiedenen Lebensstandard arabischer und jüdischer Arbeiter nicht auch bei den Regierungsarbeiten verschiedene Tarife gehandhabt werden könnten, falls man den jüdischen Arbeitern eine prozentuelle Beteiligung an den Regierungsarbeiten zubillige. Auch der Uebergang zur Gruppen» akkordlohnarbeit statt der bisherigen Tagelohnarbeit biete bei einer gewissen Erhöhung der Minimallohnbasis eine Chance für jüdische Arbeiter, kraft ihres höheren Organisationstalentes und ihrer Intelligenz, einen ihren Bedürfnissen entsprechenden Minimallohn zu verdienen. In dieser Hinsicht konnte auch auf die Praxis in Südafrika hingewiesen werden, wo bekanntlich das Problem der Verdrängung der weißen Arbeit durch die billigere schwarze Arbeit in größter Schärfe besteht. Bei aller Ablehnung der sogenannten »Colour Bar «-Gesetzgebung konnte doch auf gewisse Praktiken als Beispiel hingewiesen werden, die wir hier zitieren: »Unemployment among white workers in South Africa is causing no little anxiety, especially in the towns. The bürden on the municipal and provincial authorities has become very heavy, and there have been frequent demands for a comprehensive national policy. The Labour Department of the Union has given financial help to provincial authorithies, which paid the cost of work as it would be, if native

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