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Palästina · 1928-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1928) · p. Seite 50

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Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1928)
Article
Die Entwicklung des Arbeitsmarktproblems in Palästina in den letzten Jahren und die Arbeitslohnfrage
Date
1928-01-01
Page
Seite 50 (sequence 7)
Language
German
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50 eine größere Anzahl von Fabriksbetrieben (zur Herstellung von Fenstern, Türen, Zementröhren, Wagen usw,) wurden dadurch mit Aufträgen ver- . sehen, wodurch auch das Gewerbe in den Städten eine Belebung erfuhr. Aber nicht dieses ist für uns in diesem Zusammenhang das Entscheidende, sondern die Frage: Kann ein derartiger Plan der Ausführung von Bäu- und öffentlichen Arbeiten, selbst in einem viel größerem Umfange als bisher, überhaupt als eine Lösung der Arbeitslosenfrage gelten, zumal seine Ausführung doch erheblich größere Gelder erfordert als die Arbeitslosenunterstützung? Oder wird dadurch nicht die Arbeitslosenfrage nur einer zeitweiligen Scheinlösung zugeführt, ohne das Problem endgültig zu lösen, und noch dazu unter Aufwendung erheblicher, das Budget der zionistischen Organisation verzehrender Mittel? In der Tat liegt hier der Kernpunkt der Frage; und es ist klar, daß nur ein Plan, der das Arbeitslosenproblem einer wirklichen Lösung zumindest annähert, von dauernder Bedeutung sein kann. Gibt man zu, daß es unmöglich ist, die dilatorische Behandlung der Frage weiter fortzusetzen, so bleibt der zionistischen Organisation kein anderer Weg, als durch Vereinigung aller in Frage kommenden Kräfte und Faktoren endlich die Frage einer Lösung anzunähern, Hier hackt der neuerdings von der »Arbeiterorganisation« vorgelegte Plan ein. Er geht zunächst von der Tatsache aus, daß wir an der Schwelle größerer Arbeiten stehen, die, auch ohne die »Zionistische Organisation« in Betracht zu ziehen, das Problem einer Lösung näher bringen. Wir erwähnen hier: den Hafenbau in Haifa, dessen erste Anfänge bereits zu verzeichnen sind; die Erweiterung der Rutenbergarbeiten am Jordan und den Beginn der Arbeiten am Jarkon. Diese Arbeiten werden voraussichtlich im Laufe des Jahres 1928 1500—2000 Arbeiter, vielleicht mehr, aufnehmen. Dazu kommen einige größere Bauarbeiten der Regierung (Altertumsmuseum aus der. Rockef eller-Stiftung), Landwirtschaftliche Schule (Cadoore-Stiftung), Regierungsgebäude in Jerusalem, Postgebäude in Jerusalem und Jaffa, Hafenbauten in Jaffa, Chausseen (Petach Tikwah — Kalkilie, Mescha—Afuleh usw). Rechnet man dazu Arbeiten wie das Gesundheitszentrum in Tel Awiw, Arbeiten der Stadtverwaltung Tel Awiw, Bau von 70 Häusern im Norden Tel Awiws usw., so haben wir vor uns eine große Reihe von Arbeiten, die, ohne das Budget der zionistischen Organisation zu berühren, das Arbeitsproblem einer teilweisen Lösung für längere Zeit zuführen. Es steht auch zu erwarten, daß die Regierung größere Anleihen zur Anlage von Orangenplantagen (sog. Bacharim) geben sowie Bewaldungsarbeiten in größerem Umfange ausführen wird. Von jüdischer Seite ist ein dauernder Druck auf die Regierung nötig, um die erwähnten Arbeiten wirklich in kürzester Zeit zur Durchführung zu bringen. Hier liegt die eine, die politische Aufgabe, die vor der zionistischen Organisation steht. Allein die Beschränkung auf diese Tätigkeit kann in keiner Weise als ausreichend gelten. Neben der Kombination »Regierung-Zionistische Organisation« steht die Kombination »Zionistische Organisation-Diasporajudentum«, d. h. es ist nötig, sich nicht nur auf die genannten Arbeiten zu beschränken, die allerdings eine zeitweilige Lösung des Problems ziemlich nahe bringen, sondern gleichzeitig ergänzende Arbeiten in die Wege zu leiten, da nicht anzunehmen ist, daß die Regierung allein die ganze Last zu tragen bereit ist, was sie auch in Unterredungen mit der zionistischen Exekutive bereits verkündete; und vor allem ist die vielleicht eintretende Erleichterung in der Arbeitslosenfrage dazu auszunützen, um mittels der feierlichst verspro-

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