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Palästina · 1928-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1928) · p. Seite 49

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Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1928)
Article
Die Entwicklung des Arbeitsmarktproblems in Palästina in den letzten Jahren und die Arbeitslohnfrage
Date
1928-01-01
Page
Seite 49 (sequence 6)
Language
German
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49 Hunderter von Handwerkern, Händlern usw. nach sich ziehen. Vor allem ist die Wirkung auf die Diaspora bei einer solchen Maßnahme nicht zu ermessen. Man kann die Bedeutung dieser Frage in ihrer politischen Rückwirkung auf die Palästinaregierung, auf die jüdische und nichtjüdische Oeffentlichkeit nicht ernst genug nehmen, nicht schroff genug den Schaden beurteilen, der uns bereits durch die unentschlossene und in vieler Beziehung leichtfertige Behandlung dieser Frage, wie wir sie im vorigen Abschnitt charakterisierten, zugefügt worden ist. Die sich so offenbar zeigende Schwäche einer Bewegung, während zweieinhalb Jahren mit einem Problem von, absolut genommen, nicht so enormer Größe nicht fertig werden zu können, hat politisch sich im weitestens Umfang bereits ausgewirkt und der Schaden, der darin liegt, daß man offen der Regierung erklärt: »Wir können nicht mehr weiter« dürfte nicht ausbleiben. Nimmt man hinzu, in wie starkem Maße die Arbeitslosenunterstützung während des ganzen letzten Jahres, neben der demoralisierenden Wirkung auf die Menschen selber, das zionistische Budget belastete, und in praxi jede andere zionistische Tätigkeit unmöglich machte, so wird es klar, warum diese Frage in den Mittelpunkt der gesamten zionistischen Tätigkeit getreten ist und eine Lösung nach der einen oder anderen Richtung in kürzester Zeit erheischt. Von der Art der Lösung dieser Frage, nach so langem Versagen, wird die zionistische Politik in ihrem weitesten Umfange in der kommenden Epoche nicht zuletzt bestimmt werden. 3, Welche Möglichkeiten einer Lösung dieser Frage bestehen in diesem Augenblick und welches sind die Probleme, die sich dabei ergeben? Mit Recht wurde auf der letzten Sitzung des »Zentralen Ausschusses•< der »Allgemeinen Arbeiterorganisation« (Mitte November), die fast ausschließlich dem Arbeitslosenproblem gewidmet war, hervorgehoben, daß es 4 Faktoren gibt, die für eine Lösung des Problems in Betracht kommen: Die zionistische Organisation, die Regierung, der Jischuw (das heißt speziell die unausgenützten Arbeitsmöglichkeiten in den Pflanzungskolonien); schließlich das Diasporajudentum. Es entsteht die Frage, von welchem dieser 4 Faktoren oder aus welcher Kombination dieser Faktoren die Lösung kommen muß, zumal in einem Moment, der dadurch zum entscheidenden wird, daß die zionistische Organisation die Arbeitslosenunterstützung einzustellen gewillt ist. Zionistische Organisation. Das nächstliegende wäre, daß die zionistische Organisation, wie auch Weizmann auf dem Kongresse ausdrücklich versprochen hat (Sonderaktion in der Höhe von 200.000 Pfund Sterling) endlich zu einer großen Aktion der Liquidation der Arbeitslosigkeit durch konstruktive Tätigkeit auf lange Frist hinaus schritte. Bekannt ist, daß die »Arbeiterorganisation« seit langem ein konstruktives Programm vorgelegt hatte und daß ein Teil dieses Programmes auch zur Ausführung kam und für eine Zeitlang die Ablösung der Arbeitslosenunterstützung in Haifa, Jerusalem und Afule zur Folge hatte. Trotzdem der Plan nicht vollständig zur Durchführung kam, war seine Wirkung nicht nur für diejenigen Arbeiter, die endlich produktiver Arbeit zugeführt wurden, sondern auch für das zionistische Siedlungswerk selbst von Bedeutung, da die aufgewendeten Gelder ausschließlich für die Ausführung von Bauten, für Drainage und Entwässerungsarbeiten in den landwirtschaftlichen Siedlungen verwendet wurden, Arbeiten, die sowieso in den nächsten 1 bis 2 Jahren unternommen werden müßten; und auch 4

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