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Palästina · 1928-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1928) · p. Seite 24

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Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1928)
Article
Die jüdische landwirtschaftliche Kolonisation in Russland
Date
1928-01-01
Page
Seite 24 (sequence 23)
Language
German
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24 13. Besonderheiten der jüdischen Kolonisation in Weißrußland, Die vorstehenden Ausführungen beziehen sich nur auf die jüdische Kolonisation in der Ukraine und der Krim, weil ich nur diese besucht und über sie ein auf eigener Beobachtung beruhendes Urteil habe. Da — außer den alten jüdischen Kolonien mit 100,000 Desjatinen Boden und 6000 Familien — auf die Ukraine und Krim 86 Prozent des gesamten für die jüdische Kolonisation neu zugeteilten Bodens und 81 Prozent aller neuen jüdischen Siedler entfallen, so können die obigen Ausführungen im wesentlichen auf die ganze jüdische Kolonisation in Rußland bezogen werden. Wir wollen jedoch auf Grund der Angaben in der Literatur noch einige Bemerkungen hinzufügen: a) Die Kolonisation im Kaukasus, Daghestan und Usbekistan, wo im ganzen etwa 500 Familien auf etwa 17.000 Desjatinen in den letzten drei Jahren angesiedelt wurden, ist nur zu einem verschwindenden Teil mit europäischen Juden gemacht worden. Der weitaus größte Teil der Siedler sind Ortsansässige (kaukasische oder Daghestaner Juden), die sich in ihrer Mehrzahl bereits früher im Hauptberuf oder im Nebenberuf landwirtschaftlich'betätigt haben und denen jetzt die Regierung durch Zuteilung von Land geholfen hat- Ebenso ist ihnen die Gesellschaft Ozet mit kleinen Darlehen, die aber weit geringer sind, als die in der Ukraine und der Krim üblichen, zu Hilfe gekommen. b) In Weißrußland hat die Kolonisation insofern einen anderen Charakter wie in der Krim und der Ukraine, als die jüdischen Siedler hier nicht auf zusammenliegenden Flächen von mehreren tausend Desjatinen, sondern auf kleinen isolierten Flächen von hundert oder einigen hundert Desjatinen, meist in der Nähe der Städte und Städtchen angesiedelt sind. 1503 Siedler haben von 1925 bis 1927 insgesamt 22.250 Desjatinen Boden erhalten, Auf den einzelnen Siedler entfallen also 15 Desjatinen. Neben dem Getreidebau spielt bei diesen Siedlern die Milchwirtschaft und der Anbau von Kartoffeln und Gemüse eine bedeutende Rolle. Ein weiterer Unterschied zwischen den weißrussischen Siedlern und den Siedlern in der Ukraine und der Krim besteht darin, daß ein großer Teil der Siedler in Weißrußland noch nicht die Brücken zu ihren früheren Berufen, sei es Handel oder Handwerk, abgebrochen und aus diesen in der einen oder anderen Art noch Nebeneinnahmen hat Meist geschieht das in der Weise, daß ein Teil der Familie noch in de? Stadt bleibt und den früheren Beruf fortsetzt. Der Grund dafür ist die größere Nähe des früheren zu dem neuen Wohnorte und der Umstand, daß die wirtschaftliche Lage der neuen Kolonisten in Weißrußland noch nicht so stabilisiert ist, daß sie den Siedlern das feste Vertrauen auf eine sichere Zukunft einflößt. Sie wollen sich deshalb vorläufig noch den Rückzug offen halten. Im Gegensatz zu der Krim, wo das Prinzip der K o 11 e k t i v- Siedlung zugunsten der Einzelwirtschaft aufgegeben worden ist, hält die weißrussische Regierung an dem Prinzip der Kollektivansiedlung fest. Von den in den Jahren 1925 und 1926 angesiedelter 1303 Familien (für 1927 liegen noch keine Ziffern vor) entfielen 1211 auf 145 Kollektivsiedlungen, d. h, etwa 8 Siedler durchschnittlich auf 1 Siedlung. Die weißrussische Regierung sieht in der Kollektivsiedlung eine der Eirizelsiedlung technisch überlegene Form der Landwirtschaft, weil sie die Anwendung von Maschinen etc. ermöglicht, und behauptet, daß auch die Siedler die kollektive Form der Einzelsiedlung vorziehen. Im ganzen (einschließlich

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