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Palästina · 1928-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1928) · p. Seite 21

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Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1928)
Article
Die jüdische landwirtschaftliche Kolonisation in Russland
Date
1928-01-01
Page
Seite 21 (sequence 20)
Language
German
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21 125 Rubel für den Ankauf einer Kuh, 600 1, für die Anpflanzung von % Desjatinen Weingarten bis zum Fruchtertrag, 300 „ Bearbeitung von % Desjatinen Weingarten im ersten Jahr der Fruchttragung, also 1025 Rubel zusammen erhöhen. Mit anderen Worten, die Einrichtungskosten, die jetzt nach dem System des Agrojoint etwa 1800 bis 2000 Rubel betragen, werden nahe an 3000 Rubel heranreichen, 9, Gesundheitsverhältnisse« Die Gesundheitsverhältnisse in den Siedlungen sind besonders günstig in der Krim, wo fast keinerlei endemische Krankheiten vorkommen, insbesondere keine Malaria. Dagegen ist Malaria in der Ukraine ziemlich verbreitet, sie scheint in den letzten Jahren sogar an Umfang zugenommen zu haben. In der alten Kolonie S'de Menucha (jetzt Kalinindorf) sind im letzten Jahre 500 bis 600 Malariafälle zur Behandlung gelangt. Der Agrojoint unterhält einen Sanitätsdienst in allen von ihm unterstützten Siedlungen. In den größeren Siedlungen ist je ein Arzt stationiert, der eine Anzahl benachbarter kleinerer Siedlungen versieht. In drei größeren Kolonien existieren auch kleine Spitäler. Der Agrojoint hat auch in mehreren Kolonien Badeanstalten gebaut, die einem dringenden Bedürfnis der Kolonisten in diesem heißen Klima entsprechen. Ein Veterinärdienst für das Vieh existiert nicht. Im allgemeinen sind epidemische Krankheiten des Viehs nicht häufig. Bei den Pferden kommt allerdings Pyroplasmose vor, und das ist ein Grund mehr (abgesehen von der leichteren Behandlung der Ochsen und ihren geringeren Ansprüchen an Futter), daß die Siedlungsgesellschaften den Kolonisten keine Pferde, sondern Ochsen als Zugtiere geben, die von der Pyroplasmose nicht befallen werden. 10, Unterrichtswesen,, Es ist in Aussicht genommen, in jeder Siedlung oder in einer von mehreren zusammenliegenden Siedlungen eine Schule zu errichten. Im Jahre 1927 waren bereits eine große Anzahl solcher Schulgebäude in Bau. Der Bau erfolgt auf Kosten der Siedlungsgesellschaft (Agrojoint, Ica oder Ozet). Die Regierung ihrerseits trägt die Kosten des Lehrers und die sonstigen Ausgaben. Die Unterrichtssprache ist jüdisch, doch wird daneben auch Russisch oder Ukrainisch gelehrt. Ich hatte bei dem Besuch mehrerer Schulen den Eindruck, daß Lehrer und Schüler mehr Wert auf das Russische als auf das Jüdische legen. Auf meine Fragen wurde mir auch von den Eltern erwidert, daß sie in erster Linie daran interessiert sind, daß ihre Kinder Russisch lernen, weil diese Sprache für ihr späteres Fortkommen notwendig sei, insbesondere beim Verkehr mit den ringsum liegenden nichtjüdischen (russischen, ukrainischen, deutschen) Siedlungen, Wie für alle russischen Schulen gilt auch für die Schulen in den Kolonien, daß sie nur am Sonntag geschlossen, dagegen an Sabbaten und allen anderen jüdischen Feiertagen geöffnet sind. Allerdings bleiben in der Regel die Kinder an hohen jüdischen Feiertagen von der Schule fern und der Unterricht muß dann notgedrungen ausfallen.

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