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Palästina · 1928-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1928) · p. Seite 13

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Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1928)
Article
Die jüdische landwirtschaftliche Kolonisation in Russland
Date
1928-01-01
Page
Seite 13 (sequence 12)
Language
German
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13 1. Schwarzbrache, 2. Wintergetreide (Weizen oder Wintergerste), 3. Sommergetreide (Sommergerste, Hafer, Sudangras), 4. Mais oder Kürbis, 5. Wintergetreide, 6. Sommergetreide. Neben diesem Fruchtwechsel gibt es zwei andere Systeme, die aber von dem oben angegebenen Fruchtwechsel nur in geringer Weise variieren. Bei diesem Fruchtwechsel hat der Kolonist immer ein Drittel seines Bodens mit der Hauptfrucht, d, h. Weizen, bestellt. c) Einrichtungskosten, insbesondere Baukosten. Die Kolonisationsgesellschaften, welche den jüdischen Siedlern zu Hilfe kommen, befolgen bei der Einrichtung der Wirtschaft verschiedene Systeme. Die Gesellschaft Ozet geht von dem Grundsatze aus, daß die Wirtschaft des jüdischen Siedlers der Wirtschaft seines nichtjüdischen Nachbarn so viel wie möglich ähnlich sein soll, und da diese Wirtschaften sich mit sehr primitiven Gebäuden und mit wenig Inventar begnügen, so will sie auch dem jüdischen Siedler nur das Allernotwendigste gewähren. Das Haus, das sie dem Siedler baut, ist nur 9 X 12 Arschin (1 Arschin 71 cm), d, h, zirka 53 Quadratmeter groß und etwa 3% m hoch. Das Baumaterial besteht aus Lehmziegeln, die aus einer Mischung des fast überall vorhandenen Lehms mit Stroh hergestellt und an der Sonne getrocknet werden. In manchen Fällen werden die Wände nicht aus Lehmziegeln gebaut, sondern bestehen aus einem Holzrahmen, der mit Lehm ausgefüllt wird. Das Dach besteht aus Holz und wird mit einer Schicht von Asche, Stroh und Lehm bedeckt. Diese Form des Daches ist bei den ukrainischen Bauern üblich und soll, wie man mir überall versichert hat, ein genügender Schutz gegen Regen sein. Der Fußboden besteht nur aus der festgestampften Erde ur \ muß, um die Entwicklung von Ungeziefer zu verhindern und als Schutz gegen das Auftreten von Rissen, alle ein bis zwei Wochen von neuem mit einer Schicht von frischem Lehm bestrichen werden. Dieses Haus kostet 400 Rubel. Die Lehmziegel werden fast ausschließlich durch nichtjüdische Arbeiter hergestellt; ebenso werden die Holzarbeiten zum allergrößten Teil von Nichtjuden ausgeführt. Die Häuser werden nach einem bestimmten Normalplan gebaut, die Fenster und Türen haben Standardmaße und können infolgedessen für alle Häuser einer Siedlung gleichzeitig hergestellt werden. An dieses Haus wird in der Regel noch ein Stall, ebenfalls von 9X12 Arschin Grundfläche und etwa 2x/2 m hoch, angebaut. Hier besteht das Baumaterial der Wände aus Lehmziegeln oder aus Bruchsteinen. Dieser Stall kostet etwa 150 Rubel. Die gesamten Baukosten stellen sich also auf 550 Rubel, d. h. genau auf 50 Prozent der gesamten Einrichtungskosten von 1100 Rubel. Die anderen 550 Rubel entfallen auf die Anschaffung des lebenden und toten Inventars sowie auf den Lebensunterhalt bis zur ersten Ernte. (Das Saatgut im ersten Jahre bekommt der Siedler von der Regierung oder dem Ozet auf Kredit.) Das System des Ozet, nach welchem die gesamten Einrichtungskosten nur 1100 Rubel betragen, ist das billigste. Nach dem System der ICA stellen sich die Einrichtungskosten auf 1500 Rubel, wovon wiederum genau die Hälfte, nämlich 750 Rubel, auf die Baukosten von Haus und Stall entfallen. Die Gebäude unterscheiden sich von den Gebäuden des Ozet dadurch, daß die Maße etwas größer sind und das Dach mit Mar-

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