Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1928)
- Article
- Die jüdische landwirtschaftliche Kolonisation in Russland
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 13)
- Language
- German
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14 seiller Tonziegeln gedeckt ist. Das System der Ort ist dem der Ica ähnlich. Am größten sind die Einrichtungskosten nach dem System des Agrojoint. Nach diesem System bekommt der Siedler ein Gebäude von 9 X 18 Arschin, d. h. zirka 80 Quadratmeter, Von diesem Gebäude entfallen etwa 35 Quadratmeter Grundfläche auf den Stall und 45 Quadratmeter auf die Wohnung,. die aus zwei Zimmern, einer Küche und einem kleinen Korridor besteht. Die Höhe des Gebäudes ist etwa 3% m- Der Giebelraum über dem Stall wird als Magazin für Viehfutter verwendet. Die Wände werden entweder aus Lehmziegeln oder aus Steinen gebaut. Beim Bau aus Lehmziegeln sind 7000 Ziegel notwendig, deren Herstellung 70 Rubel kostet. Das Dach besteht in der Regel aus Marseiller Dachziegeln. Es hat sich herausgestellt, daß diese Art der Dachdeckung allen anderen Systemen vorzuziehen ist. Der Fußboden besteht auch hier, wie bei den Häusern des Ozet, nur aus der gestampften Erde. Das gesamte Gebäude kostet beim Bau aus Lehmziegeln 860 Rubel, beim Bau aus Steinen 1010 Rubel. In den Fällen, in denen zur Zeit des Baues Wasser noch nicht an Ort und Stelle vorhanden ist, sondern von einem anderen Platze herbeigeschafft werden muß, erhöhen sich die Baukosten um 10 bis 15 Prozent. Eisen und Zement werden bei den Bauten überhaupt nicht benützt. Die einzigen Baumaterialien sind Lehm oder Steine, Holz und Marseiller Dachziegel. Das gesamte lebende und tote Inventar kostet nach dem System des Agrojoint 900 Rubel. Die gesamten Einrichtungskosten stellen sich also bei dem System des Agrojoint auf 1760 bis 1910 Rubel, je nachdem das Haus aus Lehmziegeln oder aus Steinen gebaut ist (vorausgesetzt, daß Wasser zum Bau an Ort und Stelle vorhanden ist). Die Preise für das zum Bau benützte Kiefernholz, das gewöhnlich aus Zentralrußland kommt, sind beispielsweise für ein Brett von 9 Arschin (=9X71 639 cm) Länge, 6 Werschok (= 6 X 4.5 27 cm) Breite und 1 Djuim 2.5 cm Dicke 1.20 Rubel frei Magazin des Agrojoint. Dieser Preis ist, da dieses Holz von den Regierungstrusts direkt an den Joint geliefert wird, viel billiger als im Privathandel, wo ein solches Brett etwa zwei Rubel kostet. Marseiller Ziegel, Marke Majak oder Lebed, stellen sich auf 80 Rubel für 1000 Stück frei Magazin des Agrojoint. Die Errichtung des Baues erfolgt auf Grund eines vom Agrojoint entworfenen Vertrages, den der Siedler mit einem Unternehmer schließt. Der Siedler kann sich den Unternehmer aussuchen. Er darf jedoch dem Unternehmer keine höheren Preise zahlen als die vom Agrojoint festgesetzten. Der Unternehmer ist ferner verpflichtet, die ihm vom Agrojoint gelieferten Baumaterialien zu verwenden und er muß das Haus nach dem vom Agrojoint bestimmten Plane bauen. Der Agrojoint unterhält an allen Bahnstationen in seinem Siedlungsgebiete Magazine, in denen er die Baumaterialien, die voraussichtlich für die Bausaison nötig sein werden, vorrätig hält. Hierzu gehören auch fertige Türen und Fensterrahmen, ja sogar ganze Dachstühle. Der Unternehmer bekommt also die meisten Elemente des Hauses vom Joint geliefert. Er hat nur für die Steine oder Lehmziegel oder Lehmfüllung für die Wände zu sorgen. Wenn der Kolonist selbst einige Mittel besitzt, verlangt der Agrojoint von ihm, daß er selbst 100 bis 200 Rubel zu den Baukosten des Hauses beisteuert. Die Beträge, die außer dem Hause zur Einrichtung des Siedlers und zu seinem Unterhalt bis zur ersten Ernte erforderlich sind, wurden mir vom Agrojoint in der Krim wie folgt angegeben: