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Palästina · 1928-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1928) · p. Seite 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1928)
Article
Die jüdische landwirtschaftliche Kolonisation in Russland
Date
1928-01-01
Page
Seite 11 (sequence 10)
Language
German
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Ii wässert werden können, vielmehr reicht sie nur zu Trink- und Tränkzwecken aus. Die Anlage des Dorfes ist durch die Lage des Brunnens bestimmt Man sucht nach Möglichkeit den Brunnen in der Mitte der Kolonie zu haben und legt deshalb gewöhnlich zu beiden Seiten des Brunnens eine gerade Straße an, an deren beiden Seiten die einzelnen Gehöfte der Siedler stehen. Die Straße ist in der Regel 50 m breit, die Gehöfte der Siedler zu beiden Seiten der Straße sind etwa 40 m voneinander entfernt. Da zu jedem Gehöft 1 Desjatine Boden für die Zwecke des Hofes, Gartens etc. gehören, so ergibt sich, daß zu jedem Haus eine rechteckige Fläche von 40 X 250 m gehört. Manche größeren Siedlungen bestehen nicht nur aus einer solchen Straße, sondern aus zwei parallelen Straßen oder aus zwei Straßen, die sich kreuzen. Die Errichtung der Gebäude für die einzelnen Kolonisten kann in der Regel nicht mit einem Male in kurzer Zeit erfolgen, weil die notwendige Zahl vöri-Häridwerkern nicht vorhanden ist, oder nicht auf einmal an dem Plätze untergebracht werden kann, oder weil die zum Bau erforderlichen finanziellen Mittel nicht auf. einmal bereit sind. In der Regel wird im ersten Jahre nur ein Drittel der Häuser gebaut und die anderen zwei Drittel im zweiten und dritten Jahre, Da die Siedler zur ersten Arbeit auf das Land gehen, bevor noch die für sie bestimmten Häuser fertig gebaut sind, so muß für sie zunächst eine provisorische Unterkunft gefunden werden. In manchen Fällen befinden sich auf dem Boden noch Gebäude des früheren Großgrundbesitzers, und dann ist die Frage der provisorischen Unterkunft verhältnismäßig leicht gelöst. In diesem Falle können dann nicht nur die Siedler selbst, sondern auch ihr Vieh und ihr sonstiges Inventar in dem Gehöft des früheren Großgrundbesitzers untergebracht werden. Wo sich solche allen Gebäude nicht befinden, muß für die Siedler in Form einer Baracke aus Holz oder Lehm und für das Vieh in Form eines Stalles aus Lehm oder Bruchsteinen ein notdürftiges erstes Unterkommen geschaffen werden. Es ist klar, daß diese erste Zeit, in der die Menschen eng zusammengedrängt ohne jede Bequemlichkeit wohnen, in der sie alle Lebensmittel und manchmal sogar das Wasser (da der Brunnen oft noch nicht fertig ist) von weither bringen müssen, außerordentlich mühselig und anstrengend ist. Das ist ein Grund dafür, weshalb in der Regel nicht die ganze Familie des Siedlers zur ersten Arbeit auf das Land geht, sondern nur ein Mitglied der Familie, entweder der Siedler selbst oder ein erwachsener Sohn. Ein zweiter Grund ist der, daß auf diese Weise die Kosten des Unterhaltes im ersten Jahre erheblich geringer sind. Die Familie des Siedlers, die noch an ihrem Wohnorte bleibt, kann in den meisten Fällen die bisherige Beschäftigung, die ja in der Regel der Betrieb eines kleinen Ladens oder eines Handwerks ist, fortsetzen und sich dadurch ernähren. Dasjenige Mitglied der Familie, das auf dem Boden ist, hat nur den Unterhalt für sich selbst zu bestreiten und kann außerdem, sobald die Arbeitssaison zu Ende ist, zu seiner Familie zurückkehren. Im allgemeinen ist es so, daß der Siedler etwa im Juli auf das Land kommt, dort unter xAnleitung eines Instruktors der Kolönisationsgesellsehaft das Land pflügt nnd sät und dann im Oktober in seine Heimat zurückkehrt. Dort bleibt er während des Winters und kommt erst im April oder Mai wieder auf seinen Boden zurück, um die Ernte vom Felde herunterzunehmen/ In manchen Fällen wiederholt sich dieser Zug von der Kolonie in die Stadt auch noch im zweiten Jahre. Sehr häufig allerdings bringt der Siedler,

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