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Palästina · 1928-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1928) · p. Seite 10

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Journal
Palästina
Volume
11 (1928)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1928)
Article
Die jüdische landwirtschaftliche Kolonisation in Russland
Date
1928-01-01
Page
Seite 10 (sequence 9)
Language
German
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10 3, die russische Gesellschaft zur Landansiedlung von Juden (abgekürzt russisch »Ozet«, jüdisch »Geserd« genannt), die in Rußland mehrere zehntausend Mitglieder mit bestimmten Jahresbeiträgen hat, und außerdem für ihre Tätigkeit in Amerika und Südafrika Beiträge sammelt, 4. die Gesellschaft »Ort« in Berlin durch ihre russische Tochtergesellschaft gleichen Namens in Moskau, Die Gesellschaft »Ort« bekommt ebenfalls ihre Mittel durch Mitgliedsbeiträge und durch Spenden. Um ein Overlapping der Tätigkeit dieser Ansiedlungsgesellschaften zu vermeiden, hat sich der Komzet mit ihnen dahin verständigt, daß in einem bestimmten Rayon immer nur eine dieser Gesellschaften arbeitet. So ist z, B. die Krim in sechs Ansiedlungsbezirke eingeteilt. In fünf von diesen Bezirken arbeitet der Agrojoint, in dem sechsten Bezirke (Eupatoria) arbeitet Ozet, In den Rayons Cherson^ und Jekaterinoslaw sind die einzelnen Ansiedlungsbezirke zwischen Agrojoint und ICA aufgeteilt. In Weißrußland arbeitet Ozet, im Bezirk von Odessa arbeitet die Ort, die jetzt auch den Bezirk Balta (moldavische autonome Republik) übernommen hat. Aus dem Vorhergehenden ist ersichtlich, daß zum Zustandekommen der Ansiedlung drei Faktoren zusammenarbeiten müssen, die Regierung, d. h. der Komzet, die den Boden zur Verfügung stellt, eine Gruppe von Ansiedlern, die sich auf dem Boden ansiedeln will, und eine Ansiedlungsgesellschaft, die bereit ist, das dem Ansiedler fehlende Geld vorzustrecken und die technische Vorbereitung der Ansiedlung zu übernehmen. 4, Die Technik der Ansiedlung. a) Wasserversorgung und Unterkunft. Wenn die eben erwähnten drei Faktoren zu einem Einverständnis gekommen sind, d. h. wenn eine bestimmte Bodenfläche einer Siedlergruppe zugeteilt und eine Kolonisationsgesellschaft bereit ist, die fehlenden Mittel vorzustrecken, so muß zunächst für zwei Dinge gesorgt werden, für Wasser und für eine, wenn auch provisorische Unterkunft der Siedler. Wasser findet sich in dem ganzen Ansiedlungsgebiete der Krim und der Ukraine im Untergrunde in einer Tiefe, die von 10 bis 200 m schwankt, aber im Durchschnitt etwa 40 m beträgt. Die Regierung bezeichnet auf Grund ihrer hydrographischen Karten und der Erfahrungen, die sie bereits bei früheren Brunnenbohrungen gemacht hat, die Stelle der zugeteilten Bodenfläche, die für die Brunnenbohrung am geeignetsten ist. Soweit Wasser in geringer Tiefe vermutet wird, ist das Graben des Brunnens, in Form eines Schachtbrunnens, eine einfache Sache, die von den örtlichen Brunnenbauern ausgeführt wird und ziemlich billig ist. Bei Tiefen von 50 m und mehr ist es schon nicht mehr möglich, Schachtbrunnen auszuheben. In diesem Falle werden mit Hilfe einer Bohrmaschine (der Agrojoint hat für 10.000 Rubel eine Bohrmaschine aus Amerika kommen lassen) Rohre in die Erde hineingetrieben, wobei es möglich ist, bis zu einer Tiefe von etwa 250 m zu kommen. In der Regel steigt das Wasser durch eigenen Druck in diesen Röhren bis zu 50 m unter der Erdoberfläche hinauf. Bei dem Schachtbrunnen wird das Wasser durch ein von einem Ochsen getriebenes Göpelwerk in Eimern herauf-r geholt. Bei den Rohrbrunnen ist eine durch einen Motor betriebene Pumpe zum Herauf schaffen des Wassers notwendig. Die Wassermenge ist fast nirgends so groß, daß damit Gemüse oder andere Kulturen be-

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