Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 11 (1928)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1928)
- Article
- Die jüdische landwirtschaftliche Kolonisation in Russland
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 2)
- Language
- German
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- Minsk 1× ep/1000754
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3 33,101 dem Getreidebau, 66 der Bienen- und Samenzucht, 2.094 der Tierzucht, 3,380 der Forstwirtschaft, 1,970 der Fischerei und Jagd widmeten. Zusammen mit den Familienangehörigen lebten insgesamt 192,721 Juden von der Landwirtschaft, d, h, 3.81 Prozent aller russischen Juden, Eine von der Jewish Colonization Association in den Jahren 1898 und 1899 veranstaltete Erhebung über die jüdischen Ackerbau- Kolonien ergab, daß sich in 13 Gouvernements 301 jüdische landwirtschaftliche Siedlungen mit 10.721 Familien und einer Gesamtbevölkerung von 68.959 Seelen befanden, die über ein Areal von 100.107 Desjatin1) verfügten. Unter der Bevölkerung dieser Kolonien waren allerdings auch Handwerker und Händler ohne Landbesitz, Die Bevölkerung, die Landbesitz hatte, belief sich auf 58,881 Seelen, Die Mehrzahl davon lebte im Gouvernement Cherson mit 22 Ansiedlungen, 3304 Familien, 24,295 Seelen und 42.839 Desjatin, und im Gouvernement Jekaterinoslaw mit 17 Ansiedlungen, 1416 Familien, 8389 Seelen und 17.650 Desjatin, Ihnen folgten die Gouvernements Wolhynien, Minsk und Mohilew mit je etwa 1000 landwirtschaftlichen Familien, Die Tatsache, daß nach dieser Statistik der ICA in den jüdischen Ansiedlungen nur 58.881 Seelen von der Landwirtschaft leben, während es nach der Zählung der Regierung 192.721 Juden in der Landwirtschaft gibt, erklärt sich dadurch, daß auch außerhalb der jüdischen Kolonien, in allen Gouvernements des ehemaligen Ansiedlungsrayons zerstreut, viele Juden vorhanden waren, die zwar meist nicht eigentliche Bauern waren, aber doch ganz oder teilweise ihre Existenz aus der Landwirtschaft zogen, und zwar hauptsächlich aus den Nebenzweigen der Land^ Wirtschaft. So waren nach den Ermittlungen der ICA im Jahre 1899 tätig: 11.894 jüdische Familien im Gartenbau, 7.185 „ ,, in der Molkerei, 1.746 „ im Tabakbau, 665 ,, im Weinbau, 177 „ in der Bienenzucht. Die vom Gartenbau und der Milchwirtschaft lebenden Juden fanden sich vorwiegend an der Peripherie der Städte und Städtchen in den weißrussischen, litauischen und polnischen Gouvernements, Tabakbauern und Weinbauern waren am stärksten in Bessarabien vertreten. — Die amtliche Statistik schließt unter die landwirtschaftlich Tätigen, wie oben erwähnt, auch 3380 in der Forstwirtschaft tätige ein, die in Wirklichkeit nicht Landwirte, sondern Eigentümer oder Pächter von Wäldern oder als Arbeiter mit dem Fällen oder dem Transport der Bäume in den Wäldern beschäftigt waren. 2, Wirtschaftliche Lage der südrussischen Kolonien, Die ICA nahm sich der jüdischen Kolonien an und gab in der Zeit von 1901 bis 1914 ungefähr 2 Millionen Francs (400.000 Dollar) in der Form von Anleihen an die Siedler aus. Infolge des Weltkrieges und des auf den Weltkrieg folgenden Bürgerkrieges erlitten die jüdischen An- *) 1 Desjatin — -1,0925 Hektar — ca, 2% acres oder 12 Dunam.