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Palästina · 1927-01-01 · Heft 10-11 · p. Seite 535

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Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 10-11
Article
Jewish Agency. Von Dr. Robert Weltsch, Berlin.
Date
1927-01-01
Page
Seite 535 (sequence 4)
Language
German
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53$ sich auf Pfund Sterling 529.000, wozu noch das Gesundheits-Budget von Pfund Sterling 103.000 tritt, für das die Hadassah allein verantwortlich ist. Es wurde schon erwähnt, daß ein großer Teil des Budgets zur Verringerung der Schulden dienen muß, so daß verhältnismäßig wenig übrig bleibt, um die laufenden Ausgaben auf den verschiedenen Gebieten zu decken. An neue Unternehmungen ist, wie gesagt, in diesem Jahre nicht zu denken. Es ist ein Jahr des Uebergangs, daß wenigstens soweit eine Sanierung herbeiführen soll, daß »nach Ablauf dieses und vielleicht noch des nächsten Jahres wieder die Basis für produktivere Verwendung der Gelder gekommen ist. Wlenn die Gelder der nächsten zwei Jahre dazu dienen können, das bisher Begonnene und übermäßig Angewachsene zu verdauen, dann wird dieses Budget besser verwendet sein als die vorhergehenden. Wfas die einzelnen Posten betrifft, so wurden für Landwirtschaft Pfund Sterling 106.000. für Arbeit Pfund Sterling 65.000, für Erziehung Pfund Sterling 53.000 eingestellt. Dabei ist freilich zu 'berücksichtigen, daß z. B. vom Arbeitsbudget gewisse Teile der landwirtschaftlichen Kolonisation zugute kommen, insofern nämlich an Ameliorations- und Bauarbeiten in den Kolonien gedacht ist. Ferner sind eine Reihe „von festen Anlagen, wie z. B. Ruthenberg-Gesellschaft, Audja-Irrigation und andere Verpflichtungen, die bereits die vorige Exekutive verbindlich eingegangen ist, in das Budget aufgenommen. .Dem Budget liegt eine Schätzung von Einnahmen zugrunde, die für den Keren Hajessod aus Amerika Pfund Sterling 247.000 und aus den anderen Ländern Pfund Sterling 265.000 vorsieht. Dies entspricht etwa den Eingängen des vergangenen Jahres. Ein wichtiges Spezialproblem, nämlich die iBeziehungen der Direktoren des Keren iHajessod und Keren Kajemeth zueinander, und beider zur Exekutive, wurde vom Kongreß nur gestreift. Es ist kein Zweifel, daß ein künftiger Kongreß sich damit noch wird aus einandersetzen müssen. . Der Kongreß war also in wirtschaftlicher Hinsicht ein Kongreß der Sanierung und des Innehaltens. aber es wäre ein Irrtum, darin ein Zeichen abnehmender zionistischer Energie zu sehen. Es ist erforderlich, die zionistische Tätigkeit mit der Wirklichkeit in Einklang zu bringen, aber die ganze Bewegung ist sich darüber klar, daß auf Grund der bisher gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse nunmehr -mit besseren Methoden und mit besserem Erfolge eine Erweiterung der Kolonisation stattfinden kann und muß. Die nächste Etappe auf dem Wege zu einer Ausdehnung des Werkes ist zu erreichen im Zusammenhang mit dem Bericht der amerikanischen Expertenkommission, die auf Grund des Weizmann- Marshall-Paktes nach Palästina entsandt wurde. Ueber die Arbeiten der Kommission wurde auf dem Kongreß so gut wie gar nicht gesprochen; eher noch interessierten die politischen Seiten des erwähnten Paktes, die von der Opposition zum Anlaß zahlreicher Angriffe gegen Weizmann genommen wurden. Die Resolution zur (Frage der Jewish Agency, die der Kongreß faßte, wiederholt nochmals in pompöser Form alle Forderungen des vorigen Kongresses und noch einige mehr. Ob sie geschickt und notwendig war, soll dahingestellt bleiben, jedenfalls sind solche Resolutionen nicht ein geeignetes Mittel zur Beschleunigung einer Kooperation, von der man neuen Aufschwung der Palästina-Kolonisation erwartet. Jabotinsky, der heftigste Gegner der Erweiterung der Agency, machte .in seiner Rede den Vorschlag, die Kooperation auf wirtschaftliche Fragen zu beschränken und die Politik .auszuschalten. Er hat damit einen Wunsch ausgesprochen, der nicht nur in seiner Partei existiert, aber es ist fraglich, ob sich ein solcher Plan-praktisch realisieren läßt. Er erscheint uns von sekundärer Bedeutung, angesichts der Perspektive einer möglichen großen Neukolonisation. Freilich wird erst nach Veröffentlichung des Expertenberichtes zu ersehen sein, zu welcher Leistung die amerikanischen Nachtzionisten wirklich bereit sind. Bezüglich der künftigen Finanzpolitik ist der Kongreß über Projekte

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