Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 10-11
- Article
- Jewish Agency. Von Dr. Robert Weltsch, Berlin.
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 536 (sequence 5)
- Language
- German
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536 nicht hinausgekommen. Es wurde ein Komitee zur Prüfung der Anleihe- <frage eingesetzt, dem (bereits mehrere Exposes vorliegen.'Am ernstesten scheint uns jener Plan, der auf politischem Wege -und durch Vermittlung des Völkerbundes eine Anleihe verschiedener Staaten zugunsten eines großen jüdisch-palästinensischen Unternehmens anstrebt.-Von großer Bedeutung werden in der nächsten Zeit auch die wirtschaftlichen Konzessionen werden, neben der Elektrizitätskonzession tritt die Ausbeutung des Toten Meeres stark in den Vordergrund. Die politischen Resolutionen des Kongresses nehmen ziemlich scharf Stellung gegen die Mandatarmacht, die bisher verschiedene Bestimmungen des Mandates nicht erfüllt hat. Während über die konkreten Forderungen, die insbesondere in wirtschaftspolitischer Hinsicht an die Mandatarmacht m stellen sind (Steuererleichterungen, Zollreform, Zuweisung von Staatsländereien. stärkere Berücksichtigung jüdischer Arbeiter, stärkere Beteiligung am Erziehungsbudget), weitgehende Uebereinstimmung 'besteht, zeigten sich schwerwiegende Differenzen bezüglich der anwendbaren politischen Methode in den Verhandlungen mit England. Die palästinensischen Delegiertea befürworten eine schärfere Tonart, die Revisionisten und Radikalen sind für Aufwiegelung der öffentlichen Meinung in England und große Teile anderer zionistischer Gruppen, besonders der Amerikaner, haben in unzweideutiger Weise ihrer Unzufriedenheit Ausdruck gegeben. Ein Zwischenfall -entstand infolge des Antrages eines Amerikaners (Dr. Wise), ein politisches Komitee zu bilden, das selbst mit der Mandatarmacht verhandelt. Unbegreiflicherweise hat Dr. Weizmann sich gegen diesen Antrag gewehrt, was später die Abreise von Dr. Stephen Wise zur Folge hatte, der auf dem Kongreß von dem klug operierenden Jabotkisky als Nachfolger Weizmanns lanciert worden war. Es wäre u. E. ganz nützlich gewesen, wenn ein derartiges Komitee eingesetzt worden wäre. Denn erstens ist jede Verstärkung unserer politischen Arbeit zu begrüßen und zweitens wäre es auch für die Bewegung sehr gut gewesen, wenn' einmal auch andere Gelegenheit gehabt hätten, in Verhandlungen mit der Mandatarmacht und anderen maßgebenden Stellen Erfahrungen zu sammeln. Ueber den äußeren Verlauf des Kongresses bleibt nur noch zu sagen, daß er sich von früheren Kongressen vorteilhaft dadurch unterschied, daß persönliche Fragen gegenüber sachlichen in den Hintergrund traten. Der Kongreß war von der Exekutive besser geleitet als frühere, weil Dr. Weizmann in seiner Führerposition nicht ernstlich bestritten war. Die Exekutive hat auch den Kongreß insofern besser vorbereitet, als sie ein Memorandum vorlegte, worin konkrete Anträge zu allen Problemkomplexen formuliert wurden. Es lag also eine klare Meinungsäußerung der Exekutive vor und wenn auch der Kongreß in Einzelfragen davon abwich, so hatte er doch eine Leitlinie, an die er sich halten konnte. Dies hat die Verhandlungen wesentlich gefördert. Man kann auch sagen, daß sich das Bewußtsein verstärkte, daß die zionistische Bewegung selbst ihre Arbeit im Galuth verstärken muß, um ihren idealen Fundus, der durch die .großen Anstrengungen der letzten sechs Jahre sehr erschöpft i'st, zu erneuern. Der Verlauf des Kongresses kann insofern dazu beitragen, als er den Realitätssinn stärkte; und wahrer Idealismus ist nur möglich und fruchtbar in Verbindung mit einem wachen Gefühl für die Realität. Landwirtschaft Von Dr. Elieser Ascher, Berlin. Die Kongreßbeschlüsse, Die Beschlüsse des Kongresses zur landwirtschaftlichen Kolonisation lassen sich — ohne allzuviel. Gewaltsamkeit — in einige mehr oder weniger klar oimrissene Gruppen einteilen.