Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 10-11
- Article
- Bericht englischer Sachverständiger über Palästina
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 519 (sequence 12)
- Language
- German
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519 Zu. 1. und 2. wäre es nötig, ungefähr 50 «bis 100 Kilogramm des Dschebattabodens nach Rothamsted zu schicken. Zu 3. wäre der Ankauf eines Dynamometers erforderlich, damit Dr. Magasanik ihn ausprobieren kann und ihn gründlich kennt, bevor er nach Palästina geht. III. Das allgemeine System der Landwirtschaft. Bisher dienten die Vereinigten Staaten wegen einer gewissen Aehnlichkeit in den klimatischen Bedingungen als Vorbild; ich meine aber, daß Dänemark ein viel besseres Vorbild ist, wegen der großen Aehnlichkeit in den menschlichen Voraussetzungen. Dänemark ist ein kleines Land, in dem die Wirtschaften im Umfang beschränkt bleiben müssen: Seine Bewohner sind dem Boden außerordentlich ergeben und bestre-bt, aus ihm eine gute Lebenshaltung zu erzielen. Sie haben die Märkte studiert und erzeugen nun gewisse Waren von hoher Qualität, auf die sie ein Monopol besitzen, so daß sie immer hohe Preise und günstige Verkaufsbedingungen fordern können, selbst wenn die minder qualifizierten Güter in großer Menge vorhanden und im Preise niedrig sind. Das sind die Bedingungen, welche meiner Meinung nach die Juden in Palästina zu erstreben haben. IV. Die Siedlungskosten. Jede Besiedlung eines neuen Landes ist notwendig kostspielig, besonders dann, wenn Mißwirtschaft und schlechte Verwaltung vorangegangen sind, wie es in Palästina der Fall gewesen »ist. Der Preis kann in Geld oder mit menschlichen Leiden bezahlt werden. In älteren Siedlungen haben die ersten Kolonisten, insbesondere die Frauen und Kinder, häufig schwer gelitten: Die Geschichte der ersten Jahre der Besiedlung des 'Red River, jetzt eine der richsten Gegenden Kanadas, ist zwar das Zeugnis einer ergreifenden menschlichen Leistung, aber ein erschütternder Bericht von menschlichem Leiden: Die Mormonischen Siedler ertrugen in den Anfängen so manche tragische Episode, und ebenso andere. In Palästina wurde der Preis der Kolonisation zu einem großen Teil mit Geld bezahlt: Die Zionistische Exekutive und die anderen Institutionen, welche das Geld zur Verfügung stellten, haben die Genugtuung, zu wissen, daß dafür die menschlichen Leiden verringert wurden. Ich habe selten gesünder aussehende Kinder gesehen als in den jüdischen Kolonien. Dies zugegeben, ist es doch wichtig, daß das Werk nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten getan wird, denn' es ist notwendig, die Bewässerung, Aufforstung, wissenschaftlich richtige Erzeugung und Marktgestaltung in möglichst vollem Ausmaß zu entwickeln; und dafür ist Geld erforderlich. Ich schlage daher vor, die Kosten der verschiedenen Kolonien auf Grund gesunder Berechnungsmaßstäbe in einer solchen Weise zu bestimmen, daß der finanzielle Wert der verschiedenen versuchten Wirtschaftssysteme sichtbar wird. Wenn möglich, sollen alle die verschiedenen Organisationen in die Untersuchung eingeschlossen werden, damit die volle Summe der angehäuften Erfahrung zugänglich wird. Das Resultat soll von einer kleinen .Sachverständigenkörperschaft geprüft werden. Das Ergebnis würde zeigen, welche Produkte als wirtschaftlich ungesund