Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 10-11
- Article
- Bericht englischer Sachverständiger über Palästina
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 520 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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520 anzusprechen und daher nicht weiter zu erzeugen sind; ferner, in welchen Richtungen die zukünftigen Entwicklungen sich bewegen, dürften. Mein eigenes Gefühl ist ausgesprochen hoffnungsvoll. Die Bedingungen für den Erfolg sind vorhanden, und. ich glaube, daß der Erfolg erreicht werden kann, wenndie Kolonisten und ihre Helfer ihren Glauben und ihren Mut durch diese schweren ersten Jahre der Mühe und der Enttäuschungen behaupten können, und immer gemeinsam bemüht sein werden, die Hindernisse und Schwierigkeiten zu überwinden, die jetzt vor ihnen stehen. II. Viehzucht in Palästina; Von Dr. J. B. Orr, D. S. 0., M. C. Ich bereiste im Wagen einen guten Teil des Landes, besuchteferner die Laboratorien und Versuchsstationen der Regierung und der Zionistischen Organisation und hatte Gelegenheit, die örtlichen Probleme der Viehhaltung mit Beamten und Forschern, 'persönlich und in zwei formellen Konferenzen zu diskutieren. In den Konferenzen kamen auch: andere landwirtschaftliche Probleme zur Sprache, besonders die Fragender Zitrusfrüchte und der Aufforstung. 'Ueber diese wird Sdr John Russell in seinem Bericht referieren. Der vorliegende Bericht beschränkt sich ausschließlich auf die Viehwirtschaft. Die Eignung Palästinas für die Viehzucht. Das Klima Palästinas ist für Tiere vorzüglich geeignet; im natürlichen Grünfutter konnte (bisher kein Mangel an mineralischen oder anderem wichtigen Stoffen festgestellt werden; und Schäden von endemischen oder epidemischen Krankheiten ischeinen nicht größer zu sein als in änderen Ländern, wo Viehzucht mit Erfolg betrieben wird. Das hauptsächliche Hindernis für die Entwicklung der Viehzucht ist die durch die lange trockene Saison verursachte 'Kargheit an Grünfutter. Da die Hügel von Erde meist entblößt sind, ist das Land, abgesehen von den Tälern, fast vollständig ohne nützliche Vegetation. Indessen sind nach meiner Meinung viele Bezirke vorhanden,. in denen intensive Viehzucht nach modernen Methoden mit Erfolg betrieben werdenkann. Ferner gibt es einen einheimischen Markt, -der imstande ist, eine beträchtlich vergrößerte Produktion zu verbrauchen. Es werden jährlich 200.000 Schafe und: 45.000 Rinder zu Schlachtzwecken importiert und dazu noch Produkte der -Viehwirtschafti .besonders Milch und Milchprodukte, im Werte von ungefähr 160.000 Pfund (1925) und Eier im Werte von 40.000 Pfund (1926). Die hohen Produktionskosten. Die jüdischen Siedlungen beschäftigen sich mit Viehzucht, aber die -gegenwärtigen Produiktioinskosteh sind viel zu hoch, als daß sie die Farmer in den Stand setzen ikönnten, auf dem Weltmärkte zu konkurrieren oder auch nur dauernd erfolgreich auf dem palästinensischen Markte selbst dem Import standzuhalten. Auf Grund der mir vorgelegten