Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 10-11
- Article
- Bericht englischer Sachverständiger über Palästina
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 511 (sequence 4)
- Language
- German
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511 Die jüdischen Siedler, welche auf den Verkauf ihrer Produkte eingestellt sind, bemühen sich, für den Tauschverkehr zu produzieren und stehen daher nicht unter dem Zwang einer Einheitlichkeit, sondern können ihre Systeme in Anpassung an die Bedingungen jeweilig wechseln. Sie haben allerdings mit einem ziemlich einheitlichen System begonnen, durch welches größere Futterernten erzielt werden und geringere Kosten der Jätung entstehen als bei den Arabern. An Stelle der arabischen Zweifelderwirtschaft schlagen die Tel-Awiwer Experten einen dreiteiligen Anbau-Turnus vor: Erstes Jahr. Oktober: die Regenzeit beginnt; November: Aussaat von Trifolium Alexandrinum für Grünfutter oder von Wickenarten für Heu. iFrühlingsbeginn: Anfang der Grünfuttermahd, drei oder vier Mahden bis Mai, April: die Regenzeit geht zu Ende;. Wickenernte für Heu; unmittelbar darauf Umpflügen des Bodens in Tiefe von 15 bis 18 cm, Feuchthaltung des Bodens den Sommer über, Mai bis Oktober: Brache. Zweites Jahr. Oktober bis März: Brache. Apriü: Maissaat. Die Reihen in einem Abstand von einem Meter, um die Kultiyation zu ermöglichen. Juni bis August: Maisernte für Grünfutter. Drittes Jahr. November: Weizenanbau; Regen bis April. Mai oder Juni: Weizenernte. Dieses System hat ein ganzes Jahr Brache zur Folge, auf den ersten Blick also ein etwas verschwenderisches Vorgehen. Es hat aber der Wechsel demgegenüber den Vorzug, den Boden rein zu -erhalten, weil der in Abständen angebaute Mais fast während seiner ganzen Dauer mit Werkzeugen bearbeitet werden kann, während Trifolium Alexandrinum außerordentlich üppig wächst. Dieses System sieht die folgenden Ernten pro 100 Dunam vor: I. ohne Bewässerung: Menschliche Nahrung: Weizen, 33 Dunam. Tierfutter: März bis Ende Mai: drei oder vier Mahden von Trifolium Alexandrinum. Juni bis August: Mais, 33 Dunam. Juli bis Herbst: Kürbis. Herbst bis Winter: Wickenheu (bei dem es angeblich gewisse Schwierigkeiten der Beihandlung gibt). Es besteht eine Schwierigkeit, über die Zeit bis zur ersten Trifolium Alexandrinum-Ernte zu kommen, die Zeit von August ab. II. mit Bewässerung: Menschliche Nahrung: Weizen, 33 Dunam. Tierfutter: November bis Ende Mai: sechs bis sieben Mahden von Trifolium Alexandrinum. Juni bis Oktober: der vom April bis Juli angebaute Mais. September bis November: zwischen dem Mais angebaute Rübe» Juni »bis November: Luzerne; diese gedeiht gut auf leichtem Boden, aber nicht auf schwerem. Sie hat im ersten Jahr fünf und im zweiten neun Ernten gegeben. Auf bewässertem Boden ist keine Schwierigkeit, das ganze Jahr über Viehfutter zu erzielen, während auf unbewässerterri Boden vom September