Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 10-11
- Article
- Bericht englischer Sachverständiger über Palästina
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 510 (sequence 3)
- Language
- German
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510 Schäften,, erzeugen" alle Nahrung, die sie für sich und ihr Vieh brauchen, und haben daher im ganzen Lande das gleiche System angenommen, das englische Farmer des Mittelalters' angewandt haben. Das System der Emte^ö&üktion, das von den Arabern 'befolgt wird, ist durch die Tatsache bestimmt, daß der Regerifall auf die Wintermomate von Oktober bis März oder manchmal April*) beschränkt ist, während die Sommermonate, April bis September, trocken, meist ohne Regen und natürlich heiß sind. Es kann daher nur zwischen September und April gesät werden. Eine zweimalige Fruchtfolge ist von den Arabern ganz Palästinas angenommen: 1. Winterfrucht: Weizen, Bohnen, oder auf leichtem Boden Gerste, und auf sehr sandigem Boden Lupinen; im Jänner öder Februar gesät und im Mai oder Juni geerntet. Der Boden liegt dann bis zum nächsten April brach, dann folgt der Anbau. 2. Sommerfrucht: Durrah, Melonen oder auf besserem 'Boden mit mehr Feuchtigkeit Sesam oder Kersennah (eine Art Linsen für Viehfutterzwecke). Die Ernte erfolgt im August. Der Bauer pflegt den Weizen zu verkaufen und die Durrah selbst zu verbrauchen. Im Laufe von zwei Jahren wickelt sich der .Anbau folgendermaßen ab: Im ersten Jahr.-Jänner bis Mai: Winterfrucht; Regenfall bis April; Juni bis Oktober: brach — trocken; kein Regen.; Zweites Jahr. Oktober bis April: brach — Regen; April bis August: Sommerfrucht. August bis Dezember: brach; der Regen beginnt im Oktober. Zur Zeit meines Besuches standen Weizen und Gerste in vollen Halmen und begannen schon zu reifen, während der Boden gepflügt und; für die Sommerfrucht bestellt wurde. Diese Fruchtfolge ergibt keine Futterernte während , des Sommers, so daß vom Juni bis zur Regensaison das Vieh von Stroh lebt, während es im Winter einfach wiide Pflanzen grast, die sich eben finden. Dies würde das Land unkrautreich machen, aber die Araber widmen sich extensiv dem Jäten mit der Hand und benutzen das Unkraut zur Fütterung der Schafe. Wenn die Araber ihr Land ordentlich düngen könnten, so würden sie leidlich gute Erträge erzielen; sie lassen jedoch einen Teil des Tierdüngers in Haufen liegen, von denen manche schon sehr alt zu sein scheinen**), auch verkaufen sie einen Teil ihrer Vorräte an die Orangenpflanzer. Der Dünger enthält etwa 0,5 Prozent Stickstoff. Die Araber erzeugen kein Heu und machen auch keinen anderen Versuch einer (Konservierung der Futtermittel. Die Regierung tut, was in ihren Kräften steht, um hinsichtlich des Viehstandes helfend einzugreifen, indem sie Quarantäne und andere Regulierungen vorschreibt; Colone! Sawer ist auch bemüht, Mittel zur Erziehung der arabischen Viehwärter zu finden. *) Man sagt, daß der Aprilregen besonders gut für die Ernte sein soll. Die Araber nennen ihn daher den ^Goldregen". ' **) Siehe Dr. F. Menschikowskys Zirkular über arabischen Dünger.