Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 10-11
- Article
- Die Frage des syrischen Handelsvertrages
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 505 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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505 behält und daß. est gelingt-, :alle die Waren, die heute; als ^syrische Produkte; zollfrei; .hereinkommen^ in-^ W^ zu mehr al§ 75 Prozent ausländische Rahmaterialien /enthalten, wirklich zu erfassen. Es. ist offensichtlich sehr fraglich, ob man mit diesem geringen und zudem noch höchst zweifelhaften fiskalischen Nutzen eine Maßnähme rechtfertigen kann, die der Industrie den großen syrischen Markt raubt und sie zu einer Prodüktiönseinschränkung zwingt. Und hier ist einer der interessantesten Punkte des Konfliktes, denn die Regierung hakt hier in der Erkenntnis, daß ihre rein finanzielle Argumentation zu schwach ist, mit wirtschaftspolitischen Gründen ein, und dabei wird mit aller Schärfe klar, wie erstaunlich gering ihre innere Fühlung mit unserer- Industrie (trotz allem noch) ist. Das' Handelsdepärtement erklärt nämlich, erstens spielt der Export nach Syrien praktisch keine Rolle für die Industrie, weil er viel zu geringfügig ist (siehe die Exportstatistik), zweitens würde durch die Verzollung der Manchesterwaren, die heute über die Nordgrenze nach'einer leichten Bearbeitung in Beyrouth als syrische Erzeugnisse hereinkommen, und der billigen Zuckerwaren dafür auf dem Innenmarkt Absatzraum geschaffen. Die Industrie würde also den unsicheren Auslandsmarkt verlieren, dafür den sicheren Inlandsmarkt, gewinnen. Beide Argumente gehen an den realen Verhältnissen glatt vorbei. Man kann mit den bisherigen Ziffern für den Export nach Syrien absolut nichts beweisen, weil wir erst seit dem vorigen Jahre auf dem syrischen Markte Fuß faßten und weil wegen des Drusenaufstandes dieser „syrische" Markt sich 1925 und 1926 praktisch auf -Beyrouth beschränkte, dagegen Damaskus, Aleppo, Hamaund, Horns, kürz das ganze große Binnenland, praktisch verschlossen waren. Man kann nur aus der T ende n z der Ziffern im laufenden Jahr,;nächdem das Geschäft mit dem ganzen Lande möglich wurde, im Vergleich mit den Ziffern während der beiden vorangegangenen Jahre Folgerungen über '.die praktische Bedeutung des syrischen Marktes für die nächste Zukunft ziehen. Denn die Dinge sind noch im Fluß. Die Handelsbeziehungen zwischen den beiden Nachbarländern haben sich noch nicht ausgeglichen, dje Ziffern schwanken noch nicht um einen bestimmten Mittelpunkt, sondern sind noch in einseitiger Bewegung. Aber wenn man solche Vergleiche anstellt, dann muß man mit richtigen Zahlen-arbeiten* Und die Zahlen der offiziellen Exportstatistik .für die vergangenen Monate dieses Jahres sind leider völlig falsch. Während die praktische Erfahrung lehrt, daß z. B. der Export der Strumpf industrie. auch in diesem Jahre wieder rapid gestiegen ist und Monat für Monat Sendungen nach Syrien hinausgehen, zeigen die Monatsberichte des Zolldepartements nur einmal eine Ausfuhr von einigen hundert Pfund an; Ich .habe mir, um. die Dinge zu klären, von den beiden Tel-Awiwer Strümpfwirkereien, die für - den Export nach Syrien arbeiten, /die Ziffern für ihre Ver-r käufe dorthin^geben lassen und. stelle sie - hier Monat für Monat