Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 10-11
- Article
- Die Frage des syrischen Handelsvertrages
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 504 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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504 Was die Regierung yeranlaß.t. Mt, die ganze Frage anzuschneiden, ist ziemlich klar . und kam" auch in den letzten Unterredungen deutlich zum Ausdruck: Die Handelsbilanz zwischen Palästina und Syrien hat . sich, "seit genaue Ziffern zur Verfügung stehen,' .dauernd zu Ungunsten Palästinas Verschoben. Die Einfuhr aus. Syrien betrug in den Jahren zwischen 1922 und 1926 (ein-? schließlich) in tausend Pfunden 362, 815, 971, 1094 und 1000, der Export dagegen, ebenfalls in tausend Pfunden, 300, 178, 207, 158, 165. Diese Zahlen genügen, um auf den ersten Blick den Eindruck hervorzurufen, daß der bisherige Vertrag nicht zugunsten Palästinasgewirkt hat. Für die^ Regierung kbmmt aber noch der wichtige, rein fiskalische Grund hinzu und dieses Moment ist, soweit man aus dem Gang der Besprechungen schließen kann, das Ausschlaggebende, daß ihr infolge der bisherigen Zollfreiheit aller syrischen Waren ein steigender Prozentsatz ihrer potentiellen Zplleinnahmen entgeht: Im Jahre 1922 machte die Einfuhr aus Syrien nur 6,7 Prozent des ganzen Imports Palästinas aus, im Jahre 1926 dagegen 15,5 Prozent. Es sieht also tatsächlich so aus, als hätte die Mandatsverwaltung einen durchschlagenden finanziell len Grund, besonders bei der Rolle, die die Zolleinnahmen in ihrem Budget spiejen,.djen bisherigen Vertrag zu revidieren und eine -ZoJk gX'eh^':g^i^ ^^ri 'zuerrichten. Und .es scheint außerdem ganz klar, daß sie damit auch noch der Gesamtwirtschaft des Landes einen Gefallen erweisen würde, indem ,sie das Defizit der Handelsbilanz verkleinern hilft. Aber diese so eklatant wirkenden Ziffern sind in Wirklichkeit trügerisch. Man braucht sie nur ein wenig zu analysieren, um zu sehen, wie falsch diese ganze These ist, die tatsächlich eines der Hauptargumente der Regierung bildet. Von der ganzen, den Wert von einer Million Pfund erreichenden Einfuhr des Landes aus Syrien im letzten Jahre kommt nämlich der größte Teil auf Waren, die entweder vollständig aus syrischen Inla.ndsmaterialien bestehen otler jedenfalls nicht mehr als .fünfundsiebzig Prozent ausländische Stoffe enthalten. Nach den Schätzungen der Regierung, selbst würden im wesentlichen nur etwa Manchesterwaren im Werte von 120.000 Pfund, die man jetzt nach Beyrouth schickt, dort färben läßt und dann als syrisches Produkt zollfrei nach Palästina bringt, und ganz billige, hauptsächlich aus importiertem Zucker fabrizierte Süßwaren im Werte von 30.000 Pfund künftig dem Zoll unterliegen, außerdem noch verschiedene andere? Waren im Gesamtwert von etwa 250.000 Pfund. Es würden also auch nach dem neuen Vertragsentwurf Waren im Werte, von 600.000 Pfund zollfrei hereinkommen, nur der Rest im Werte von ungefähr vierhunderttausend Pfund würde, eine Abgäbe zu entrichten haben. Die Regierung würde daran nach de;n bestehenden Zollsätzen ganze. 50.Q00 Pfund oder etwaf 5,8 Prozent der jetzigen Einnähmen •.des Zolldepartements verdienen. Und das unter der Voraussetzung, daß die Einfuhr aus Syrien ihren jetzigen, Umfang bei-