Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 10-11
- Article
- Das Tote Meer und seine Bedeutung
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 494 (sequence 5)
- Language
- German
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494 weiß allgemein, daß dies Länder sind, in denen vor allem Landwirtschaft und Viehzucht betrieben werden. Der Bedarf an den genannten beiden Salzen ist hier und in der übrigen Welt so groß, daß es sich kaum lohnen wird, einen wesentlichen Teil derselben erst auf Produkte zu verarbeiten, für die sie das Ausgangsmaterial sind. Daß Asphalt in großen Mengen im Toten Meer vorkommt,, wurde bereits gesagt, auch das Ufergestein ist damit infiltriert. Seine Einbringung und Aufarbeitung mit modernen Hilfsmitteln würde sich schon heute lohnen und könnte unabhängig von der Gewinnung der Meersalze begonnen werden. Der Tote-Meer-Asphalt ist überall unter dem Namen „syrischer Asphalt" als beste Marke geschätzt. Der Straßenbau, in Palästina in größtem Maßstab durchgeführt, wird die minderwertigen Aspaltsorten jederzeit und in jeder Quantität aufbrauchen. Schwefel und Gips — letzterer findet sich nahe dem Meere in großen Mengen, ersterer in den vielen, später einmal vielleicht als Heilquellen von .Bedeutung werdeden Wässern — sind kaum wert, industriell exploitiert zu werden. Fachmänner schätzen den Wert der aus den Toten Meer- Salzen gewinnbaren Pottasche •(&> C Os auf 8 Milliarden Pfund. Mit dem Brom Vorrat könnte der Weltbedarf an diesem Element durch 35.000 Jahre hinaus gedeckt werden. Warum ist man trotzdem bis heute an die industrielle Gewinnung dieser wertvollen und so glänzende Absatzmöglichkeit bietenden Verbindungen nicht herangetreten? Diese Frage ist sehr leicht zu beantworten: die Regierung vergab bisher die Konzession zur Auswertung der Toten Meer-Salze nicht. Die Bewerber müssen Gewähr bieten, daß sie über die kolossalen Mittel verfügen, die für die Errichtung einer modernen Industrie am Toten Meere notwendig sind. Auch ist es wohl begreiflich, daß England bei der Erteilung der Konzession sich von gewissen politischen Erwägungen leiten läßt; denn das Tote Meer-Projekt zählt zu den gigantischesten im heutigen und künftigen Wirtschaftsleben der Völker! Vor einiger Zeit haben die Regierung und ihr Chefgeologe die Vorversuche am Toten Meer abgeschlossen, ebenso eine bedeutende englisch-jüdische Interessentengruppe: . diese hat schon seit Jahren ihre Experimente dortselbst ausgeführt und große Versuchsanlagen errichtet und soeben die Konzession zur Exploitierung der Salze des Toten Meereserhalten. (Nach den neuesten Nachrichten ist bis zur definitiven Erteilung der Konzession noch eine Einigung der Regierung mit dem Konzessionär in einigen Details nötig und es handelt sich daher wahrscheinlich um eine Vorkonzession. Anm. d. Red.) Als' Konzessionär gilt Ing. Novomeisky, der sich schon jahrelang mit der Angelegenheit beschäftigt. Hinter ihm soll der Chef des großen englischen Chemie-