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Palästina · 1927-01-01 · Heft 10-11 · p. Seite 493

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 10-11
Article
Das Tote Meer und seine Bedeutung
Date
1927-01-01
Page
Seite 493 (sequence 4)
Language
German
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493 und Salzsäure daraus hergestellt werden können, deren Fabrikation aus diesem Rohstoff in Deutschland um 1900 mit vielen Aussichten in Angriff genommen und durch den Aufschwung der elektrolytischen Chlorgewinnung zurückgedrängt, aber noch immer nicht gänzlich verdrängt wurde. Eine eigene große elektronische Chlorgewinnungsanlage wird aber in Palästina kaum in den nächsten Jahren gebaut werden, da sie kaum schon rentabel sein könnte. Chlor — für Bleichzwecke und Farbenherstellung — und Salzsäure als Nebenprodukt aus dem Magnesiumchlorid darzustellen wird vielleicht rentabel sein, denn für begrenzte Mengen derartiger Stoffe ist der Markt des Landes und der Nachbarstaaten schon jetzt aufnahmsfähig. Auch könnte man Magnesiazement in größerem Maßstabe fabrizieren, der gewiß in dem im Aufbau befindlichen Lande reichlichen Absatz finden wird; man muß bei dieser Kalkulation berücksichtigen, daß im Orient wegen der großen Hitze in den Häusern überall steinerne Fußböden verwendet werden. Doch in seiner gewöhnlichen Form (wasserhaltiges Magnesiumchlorid), „Sorelzement" genannt, ist er wegen seiner relativ großen Löslichkeit als Baumaterial nicht brauchbar; aber als „Xylolith" (Steinholz) gibt er einen vorzüglichen Fußbodenbelag ab. Ein kleiner Teil, des Mg CI2 wird auch in verschiedene Magnesiumpräparate umwandelbar und so verkäuflich sein. Als nächstwichtiges Produkt kommt Kochsalz in Betracht (30 Prozent der Salzmenge). Durch Versuche ergab sich, daß man durch einfache Verdunstung bei 'gewöhnlicher Sommertemperatur und darauffolgender fraktionierter Kristallisation aus dem Meerwasser 98prözentiges Kochsalz und daneben noch 30prozentigen Karnallit (K Cl Mg Gk 6 aqu.) gewinnen kann. Die verbleibende Endlauge enthält das Brom in einer Menge von 12 g per Liter. Mit anderen Worten: aus 1 Kubikmeter Meerwasser sind zumindest 25 kg Kochsalz und 25 kg Karnallit, ferner über 15 kg Mg CK 11 kg MgBr2 und 1 kg Na2So4 gewinnbar. Die Betriebsführung wäre also am Toten Meere die denkbar einfachste und billigste; im Sommer würde die Sonnenwärme die Abscheidung der einzelnen Salze besorgen, während der Wintermonate müßte dies, bei ununterbrochenem Arbeitsgang durch künstliche Wärmequellen — wie in Europa in diesem Fall ja immer — besorgt werden. Und auch da haben wir einerseits durch die eben jetzt in Ausbau begriffenen Elektrifizierungsanlagen Ruthenbergs, andererseits durch die kolossalen Lager bituminösen Schiefers (Kalkstein mit sehr viel Erdpech durchsetzt), die sich nahe dem Meere finden, billigen und genügenden Heizstoffabsatz. Ueber den großen Bedarf, den Palästina, Syrien, Mesopotamien und auch Aegypten sowohl an Koch- und Viehsalz, wie auch an Düngemitteln haben — Karnallit ist bekanntlich ein hochwertiger Kalidünger — werden nirgends Zweifel bestehen. Man

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