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Palästina · 1927-01-01 · Heft 10-11 · p. Seite 492

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Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 10-11
Article
Das Tote Meer und seine Bedeutung
Date
1927-01-01
Page
Seite 492 (sequence 3)
Language
German
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492 Schon seit langer Zeit gewinnt man auf primitivste Art Kochsalz aus dem Toten Meer; im Kriege wurden diese einfachen Verdunstanlagen teilweise ausgebaut, aber es kann natürlich noch immer nicht von einem halbwegs modernen Unternehmen die Rede sein und keineswegs von. einem irgendwie planmäßig geregeltem Betriebe. In der letzten Zeit gingen Araber auch daran, den Asphalt des Meeres im wahrsten Sinne des Wortes einzusammeln, was natürlich nie und nimmer zu einer Industrie führen kann. Dazu ist es nötig, daß sich das nötige Kapital findet, um es zu ermöglichen, die neuesten Maschinen zu besorgen, zweckmäßige Ablagen einzurichten, Fachmänner zur Betriebsführung zu engagieren usw., mit einem Wort: um all das vorzubereiten, was dazu nötig ist, so kolossale Salzmengen, wie sie das daran übersättigte Tote Meer enthält, zu exploitieren. Allerdings — und dieser Umstand ist hervorzuheben: das Tote Meer enthält die Salze in einer solchen Form und ist selbst in einem so günstigen Klima gelegen, daß hier die Investitionen im Vergleich zu jenen, die bei anderen gleichartigen Salzvorkommen gemacht werden müssen, bedeutend verringert und der ganze Gewinnungs- und chemisch-physikalische Aufarbeitungsprozeß sehr vereinfacht sein werden. Was die zu verwertenden Salze, bezw. Elemente betrifft, so dachte schon vor dem Kriege eine englische Gesellschaft daran, das B r o m .industriell zu gewinnen; das Projekt wurde allerdings bald zurückgestellt. Man kann sagen, daß das Brom im Durchschnitt' 1 Prozent der Salze, resp. 0,27 Prozent (im Süden) bis 46 Prozent (im Norden) des Meerwassers ausmacht. Wenn man bedenkt, daß die Staßfurter Endlaugen, die etwa 1000 Tonnen Brom (d. i. die halbe Weltproduktion) liefern, dieses Element in viel geringerer Menge enthalten (0,15 bis 0,35 Prozent), so ergibt sich schon daraus, daß gerade das Brom im Taten Meer in besonders günstigen, Verhältnissen vorliegt Natürlich steigt die Rentabilität der Bromgewinnung sehr mit der Exploitierung auch anderer Meersalze, fia dann die am Ende des Aufarbeitungsprozesses vorliegende Brom- Endlauge bedeutend höher konzentriert wäre, was selbstverständ-- lieh einer wesentlichen Verbilligung der Fabrikationskosten gleichkommt. Der Hauptbestandteil der Salze des Toten Meeres — 60 Prozent derselben — ist das Magnesiumchlorid. Nun kommt gerade dieser Verbindung im allgemeinen in der Praxis kaum größere Bedeutung zu; ja, die deutsche Kaliindustrie führt jährlich 800.000 Tonnen Mg CU in ihren entbromten Endlaugen in die Elbe und Weser und sucht immer noch nach Möglichkeiten, diese Lauge irgendwie anders zu beseitigen, um den Härtegrad der Flüsse nicht allzustark zu steigern, immerhin böten sich vielleicht gerade der Industrie am Toten Meer einige Verwendungsmöglichkeiten für dieses Produkt: so würden zunächst mit Erfolg Chlor

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