Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 10-11
- Article
- Das Tote Meer und seine Bedeutung
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 491 (sequence 2)
- Language
- German
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491 Gefrierpunkt: fast — 14,75 Grad Celsius- (!), Siedepunkt des Meerwassers (stark salzhältig) bei 105 Grad Celsius, Verdampfung: gegen 14 Millimeter Wasser in 24 Stunden. Durchschnittliche Temperatur des Meerwassers (Juni bis September) 30 Grad Celsius (maximal 38 Grad Celsius), A tmöspärentemperatur in der Winterszeit durchschnittlich 18 Grad Celsius (höher als die Meerwassertemperatur. Im Sommer sind die Verhältnisse umgekehrt). Das Tote Meer stellt eine konzentrierte Salzlösung vor; die Konzentration selbst variiert allerdings sehr, sowohl nach der Tiefe, als auch in der 'Nord-Südrichtung; das spezifische Gewicht beträgt im Norden 1,02 g, im Süden im Mittel 1,11 g (maximal 1.16 g). Gegen den Meeresgrund zu steigen natürlich auch diese Zahlen; bei 300 Meter Tiefe fand man als Dichte 1,25. Zur Orientierung über die höchst charakteristische Zusammensetzung des Toten-Meer-Wasser.s lasse ich nachstehendes Analysenresultat .{Mittelzahlen aus vier Analysen) folgen: Mg CI2 (Magnesiumchlorid) 12,007 Prozent (auffallend hoch) Na Cl (Kochsalz) 7,317 Prozent (mittel) KCl {Kaliumchlorid) 1,201 Prozent Ca CI2 (Calziumchlorid) 2,357 Prozent (sehr hoch) Mg ßrs {iMagnesiumbromid) 0,484 Prozent (sehr hoch) K2 SO* (Kaliumsulfat) 0,125 Prozent_ Untersuchtes Salz 23,491 Prozent im Wasser Wie bereits gesagt, ändert sich die Zusammensetzung des Meerwassers ganz besonders in vertikaler Richtung; so wurden in 300 Meter Tiefe gefunden: Chlor 17,5 Prozent, Brom 0,71 Prozent, SO* (Sulfat) 0,05 Prozent, Natrium 1,43 Prozent, Kalium 0,44 Prozent, Calzium 1,73 Prozent. Magnesium 4,14 Prozent, Summe der Salze: 27,81 Prozent. Nach den oben gemachten Angaben würde demnach das Wasser des Toten Meeres als eine „verdünnte, natürliche Mutterlauge" bezeichnet werden können, die durch „ausgesprochenes Vorherrschen von Calziumchlorid und eine mittlere Menge von Kochsalz bei auffallend hohem Bromgehalt charakterisiert ist." (Dr. Herrn. Schrott er: „Das Tote Meer, Beitrag zur physikalischen Geographie und Balneologie mit Bemerkungen zur Flora der Ufergelände", Wien, Perles 1924). Die tiefsten Schichten sind salzgesättigt, man meint sogar — und ich trete dieser Ansicht bei — daß der Na Cl-Gehalt des Toten Meeres deshalb (insbesondere im Vergleich mit dem Mg Cb-Gehalt) so niedrig ist, weil große Mengen Kochsalzes bereits am Meeresgrunde ausgeschieden sind. Es liegt nahe, anzunehmen, daß im weiteren Entwicklungsverlauf das Tote Meer — und ebenso das Kaspische Meer — ganz analoge Salzlager bilden wird, wie wir sie heute bei Staßfurt besitzen.