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Palästina · 1927-01-01 · Heft 10-11 · p. Seite 484

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Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 10-11
Article
Die Grundprobleme des Aufbaues Palästinas
Date
1927-01-01
Page
Seite 484 (sequence 22)
Language
German
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48H\ vSie daran erinnern, daß im Jahre 1914 Amerika für Palästina noch fcicht entdeckt war? Soll ich Sie daran erinnep, daß erst im Jahre %92l der Keren Hajessod gegründet wurde, daß erst vor sechs Jahren zum erstenmal ein größerer Bodenkomplex in unsere Hände kam? Ich glaube, wenn Sie dies alles abwägen und wenn Sie anderseits abschätzen, welch ungeheure Summe von nationaler Energie, in einer einzigen Siedlung wie Nahalal oder Daganiah verkörpert ist, so werden Sie nicht umhin können, zu gestehen, daß hier eine ganz erhebliche Leistung vorliegt. Ich glaube, wir können dem Urteil der Geschichte darüber mit Ruhe entgegensehen. Und noch eine zweite Mahnung: Verfallen Sie nicht in den, Fehler, Enthusiasmus und letzte persönliche Hingabe bei den neuen Juden in Palästina gering zu schätzen! Es genügt nicht, daß wir als Volk in der Vergangenheit Verdienste hatten. Wir müssen uns auch in der Gegenwart die Achtung und Sympathie der Welt durch unsere Leistungen täglich neu erobern. Und ich kann mir kaum etwas denken, was dazu mehr geeignet ist, als die restlose Hingabe und Selbstlosigkeit, die unsere Ghaluzim auszeichnen. Ich hoffe, daß eine gerechtere gegenseitige Würdigung von rechts nach links und von links nach rechts eintreten wird und daß wir in dieser von sozialen Kämpfen zerrütteten Welt ein lebendiges Beispiel einer Gemeinschaft geben können, in der diese Kämpfe auf ein Minmum reduziert und das Glücksgefühl des einzelnen gesteigert wird. Manche mögen glauben, daß in Palästina von selbst uns auch ein höheres Menschentum erwachsen wird. Ich bin nicht dieser Ansicht. Wir werden in Palästina das ernten, was wir jetzt säen. Und deshalb ist es so wichtig, daß die Saat eine gute ist. Größeres Vertrauen und größeres Verständnis von hüben und drüben — das sind die Bedingungen, unter denen wir hoffen können, auf unserem Wege erfolgreich weiterzoischreiten und in Palästina ein jüdisches Gemeinwesen von hohem ethischen Werte zu begründen. * Nachbemerkung der Reda'ktio n. In obigem Referat sprach Dr. Ruippjn davon, daß die Kosten der Änsiedlung in Australien bis Pfund Sterling 2000 per Familie betragen. Ein paar Tage später, am 20. September erschien in den „Times" ein Artikel über die •australische Ansiedlunjg (britischer Kolonisten, in dem nicht nur diese Ziffer neuerdings bestätigt wird, sondern ganz ähnliche Schwierigkeiten wie in Palästina gemeldet werden: Die Leute kommen aus Städten, der Boden muß erst urbar gemacht wenden, die Änsiedlung wurde zu schnell durchgeführt, war zu kostspielig etc. Der Artikel ist betitelt: „West Austraiian SettlemeritGroupSchemeReviewe d" und führt folgendes aus: Die bisherigen Resultate der Änsiedlung sind, soweit man sie auf Grund der vorliegenden Ziffern betrachtet, augenscheinlich deprimierend. Nach dem Verfasser beträgt die Zahl der Mitglieder in den einzelnen Gruppen gegenwärtig 2107. 2205, das heißt mehr als die Hälfte der ursprünglichen Zahl haben im Laufe der verflossenen sechseinhalb Jahre die Gruppen verlassen. Die beiden Hauptgründe für diese Erscheinung liegen einmal in der Herkunft der Siedler aus den Industriestädten Englands und

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