Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 10-11
- Article
- Die Grundprobleme des Aufbaues Palästinas
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 483 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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483 Gesellschaften zu reisten haben, wie eine öffentliche Steuer behandelt und sie, mit Vorrang vor allen sonstigen Gläubigern, wie eine Steuer von den Siedlern einzieht. Bei einer solchen Hilfe der Regierung besteht für uns eine viel größere Aussicht, daß die Siedlungsgesellschaft von außen her eine Anleihe bekommt. In bezug auf die 'Bereitstellung von Staatslän;dereien hat die Regierung bisher so gut wie nichts getan. Wir müssen von der Regierung verlangen, daß sie eine besondere Kommission einsetzt, in welcher die Staatsländereien daraufhin geprüft werden, ob sie nach ihrer rechtlichen oder tatsächlichen Lage nicht auch ohne vorherige Katastrierun»g bereits für unser Siedlungswerk freigegeben werden können. Ich komme zum Schlüsse. Ich bin' nicht geneigt, unsere Leistungen seit dem Jahre 1908 geringschätzig zu beurteilen. Wenn Sie «bedenken, daß in diesen 19 Jahren der Weltkrieg mit seinen Nachwirkungen etwa 7 Jahre hindurch eine geordnete Wirtschaft unmöglich machte und daß eigentlich nur 13 Jahre einer richtigen Arbeit hinter uns liegen, von denen wir in den ersten .sechs Jahren noch nicht einmal mit ebenso vielen Francs arbeiteten, als wir heute Pfunde haben, so sage ich, daß unsere Leistungen außerordentlich groß sind. Ein einziges Nahalal wäre für solch kurze Zeit schon eine Leistung. Aber wir haben nicht nur ein Nahalal. Lesen Sie den Bericht der Palestine Land Development Company in dem Bericht der Exekutive. Diese Gesellschaft hat -mit ihrem winzigen Kapital seit 1908 fast 400.000 Dunam landwirtschaftlichen Boden, davon etwa die Hälfte für den Kerenk Kajemeth, und mehrere Millionen Quadratmeter städtischen Boden erworben. Vergleichen Sie einmal eine Landkarte mit dem jüdischen Besitz vom Jahre 1908 mit dem heutigen Besitz, und (Sie werden sehen, welche Zunahme unser Landbesitz genommen hat und wie die Küstenebene und Emek Jesreel heute anders aussehen,. In diese Zeit fällt die Gründung -und die Entwicklung Tel-Awiws, das eine außerordentliche Summe von Energie repräsentiert. In diese Zeit fällt die Errichtung moderner jüdischer Stadtviertel in Jerusalem, Haifa und Tiberias. In diese Zeit fallen die Anfänge einer großen Industrie, die in der Textilbranphe und in der Erzeugung von Baumaterialien auf dem Wege zur günstigen Entwicklung ist. Und schließlich fällt in diese Zeit die Vermehrung der Zahl der Juden von 65.000 -auf 155.000* AU dies sind Tatsachen, die wir uns immer wieder ins Gedächtnis zurückrufen sollten, wenn wir anfangen, kleinmütig zu werden. Und so schließe ich mein;e Ausführungen mit zwei Ermahnungen: Werden Sie nicht ungeduldig, wenn wir auf unserem Wege Schwierigkeiten finden oder wenn wir manchmal im Zickzack gehen! Vergessen Sie nicht, wie kurz die. Zeitspanne ist, seitdem wir in Palästina eine systematische Arbeit begönnen «haben! Soll ich Sie daran erinnern, daß im Jahre 1908 das gesamte Budget der Zionistischen Organisation für Palästina 800 Pfund war? Soll ich