Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1927-01-01 · Heft 10-11 · p. Seite 481

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 10-11
Article
Die Grundprobleme des Aufbaues Palästinas
Date
1927-01-01
Page
Seite 481 (sequence 19)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
99% known words query
IRI
…/2379786-2379858-2379865-2385128--05761-2385326
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

481 teln der Zionistischen Organisation oder anderer Kreditinstitute 375 Pfund notwendig sind; das heißt für jede 375.000 Pfund, die wir für wirtschaftliche Zwecke in Palästina verfügbar haben, können wir 1000 Familien oder 5000 Seelen in Palästina in wirtschaftlich gesunder Weise unterbringen. Sie werden aus diesen Ziffern selbst die Schlüsse für die Vergangenheit und für die Zukunft ziehen können. Sie werden mit Recht einwenden, daß es müßig ist, über ein Programm für die Einwanderung zu sprechen, so lange wir nicht aus der. jetzigen Krisis in Palästina wieder zu normalen Bedingungen gelangt sind. Die jetzige Krisis lähmt jede systematische Tätigkeit, weil die Notwendigkeit, den Arbeitslosen zu helfen, Gelder in unproduktiver Weise verschlingt, die dann für produktive Zwecke fehlen. Wir müssen die Periode vom jetzigen bis zum nächsten Kongreß zu einer Periode des Ueberganges zu normalen Zeiten machen. Ich glaube, daß es möglich ist; aber es ist von einer Bedingung abhängig, nämlich, daß es uns gelingt, sofort beim Beginn des nächsten Budgetjahres der Exekutive eine solche Summe zur Verfügung zu stellen, daß sie damit nach Abzahlung von Schulden wieder zu einer 'geordneten Finanzwirtschaft kommen un;d durch 'Beginn der Ameliorierungsarbeiten die Arbeitslosenunterstützung abstellen kann.. Prof. Weizmann hat auf die Wichtigkeit dieser Sache bereits mit allem Nachdruck hingewiesen. Es ist gewiß bedauerlich, daß die Schuldenlast der Exekutive, die 1925 nur 15.000 Pfund betrug, sich In den letzten zwei Jahren verzehnfacht hat. Aber wenn Sie eine Wiederholung solcher Vorkommnisse verhindern wollen, so müssen Sie dafür sorgen, daß die Exekutive nicht wie bisher in Palästina als Mädchen für alles betrachtet wird. Es ist in der Zeit 'kurz nach dem Kriege leider von uns dadurch gesündigt worden, daß wir 'glaubten, uns mit allen Dingen des jüdischen Lebens beschäftigen zu müssen und sogar für die Stadt Jerusalem ein Kanalisationswerk zu bauen. Seitdem ergeht in Palästina der Schrei an die Exekutive, wannimmer irgendwo eine Hilfe notwendig ist. Das muß natürlich zu schlechten Resultaten führen. Die Exekutive ist keine Regierung, sie kann nicht durch Anziehen der Steuer schraube wachsenden Ausgaben auch wachsende Einnahmen gegenüberstellen. Sie hat n^ir ganz bestimmte und, wie Sie wissen, sehr beschränkte Mittel zu ihrer Verfügung, und sie muß in eine finanzielle Katastrophe hineinkommen, wenn nicht ihr Aufgabenkreis von vorneherein genau bestimmt ist. Die Oeffentlichkeit muß wissen, daß alle Aufgaben philanthropischer Art nicht zum Aufgabenkreis der Exekutive gehören und daß es nutzlos ist, sich mit Dingen an die Exekutive zu wenden, für die sie nicht ausdrücklich durch ihr Budget zuständig ist. Ich möchte folgendes betonen: Die Exekutive soll in wirt-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.