Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 10-11
- Article
- Die Grundprobleme des Aufbaues Palästinas
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 480 (sequence 18)
- Language
- German
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480 fügbaren Mittel zur Schaffung von vorübergehender Beschäftigung für diese Einwanderer aufwenden, so bekommt unsere wirtschaftliche Arbeit einen ungesunden Charakter, und die Einwanderung muß, wenn sie sich vielleicht noch für kurze Zeit aufrechterhalten läßt, doch schließlich zu einem katastrophalen Ende kommen, weil eben in kurzer Zeit -unsere Mittel nicht einmal mehr hinreichen werden, um diese Einwanderer auch nur mit einer vorübergehenden Beschäftigung zu versehen." Ich habe die traurige Genugtuung, daß das, was ich damals und später in noch schärferer Weise* kurz vor meinem Austritt aus der Exekutive im Frühjahr 1925, dort zu Protokoll erklärte, bis ins Kleinste eingetroffen ist. -Vielleicht mußte es einmal zu der jetzigen Katastrophe kommen; um nach der langen Periode der /Illusion über die Aufnahmefähigkeit Palästinas durch die harte Wirklichkeit uns das zu zeigen, was Palästina leisten kann und was nicht. . Es ist unrichtig, die Schuld für den Mißerfolg der letzten Einwanderung darauf zu. schieben, daß die Exekutive die mittelständischen Elemente nicht genügend unterstützt hat., Wenn die Exekutive alle ihre Energie nur auf Kräftigung der mittelständischen Einwanderung gelegt hätte und auf diese Weise für diese Elemente 100.000 bis 200.000 Pfund mehr ausgegeben hätte, so würde dies die Situation in keiner merkbaren Form geändert haben; Zur wirtschaftlichen Verwurzelung der Einwanderung der.letzten Jahre waren nicht einige hunderttausend Pfund, sondern ein bis zwei Millionen Pfund nötig. Ich wende mich zu der Frage, welche Mittel notwendig sind, um in Palästina dauernde Existenzmöglichkeiten einer jüdischen Bevölkerung zu bieten, die zu 30 Proeznt ink der Landwirtschaft, zu 30 Prozent in Industrie und «Handwerk und zu 40 Prozent in Handel und Verkehr, Touristik, freien iBerufen usw. tätig ist. Ich will Sie hier nicht mit den einzelnen Berechnungen ermüden. Ich will nur betonen, daß wir uns klar darüber sein müssen, daß die wirtschaftliche Verwurzelung in dem erwähnten Sinne nur möglich ist, wenn für jeden Einwanderer entweder zusammen mit ihm oder von dritter Seite gleichzeitig auch Kapitalien nach Palästina einwandern. Nach meiner Berechnung muß, wenn wir die Landwirte zu je einem Drittel auf der Basis der gemischten Wirtschaft, der Orangenpflanzung und des Arbeitersiedlers ansiedeln, jede landwirtschaftliche Familie einschließlich des Bodens im Durchschnitt etwa 730 Pfund kosten. Eür jede Familie, die als Unternehmer oder als Arbeiter in Industrie und Handwerk beschäftigt ist, müssen, wie ich aus statistischen Feststellungen der letzten Zeit entnehme, 150 Pfund für Kredite vorhanden sein. Außerdem verlangt eine .neue Einwanderung eine Erhöhung des Kapitals unserer kommerziellen Unternehmungen. Wenn ich auch hiefür angemessene Beträge einsetze, so komme ich dazu, daß für jede Familie, die ich im Durchschnitt auf fünf Köpfe ansetze, aus Mit-