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Palästina · 1927-01-01 · Heft 10-11 · p. Seite 468

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 10-11
Article
Die Grundprobleme des Aufbaues Palästinas
Date
1927-01-01
Page
Seite 468 (sequence 6)
Language
German
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468 Evolution dadurch erschweren, daß wir uns jetzt auf eine feindliche Stellungnahme der Zionistischen Organisation zu den Arbeitern festlegen. Vergessen Sie doch nicht, daß seit der Zeit, da die ersten Pioniere ihren Fuß in den Emek setzten oder die Arbeiter die ersten öffentlichen Arbeiten übernahmen, kaum sechs Jahre verflossen sind! Was sind sechs Jahre in einem Werk von solcher Größe und solchen Schwierigkeiten? Ich glaube, der unparteiische Beobachter wird sich eher darüber wundern, daß die Arbeiter auf dem Wege zur Wirtschaftlichkeit schon so weit voran, als darüber, daß sie noch so weit zurück sind. Als ich im Jahre 1925 zum erstenmal den Plan einer Anleihe ernstlich erwog, fuhr ich in unsere Emek-Siedlungen und sagte den. Siedlern, daß ich keine Möglichkeit einer Anleihe zur Erweiterung unseres Siedlungswerkes sehe, so lange nicht die jetzigen Siedlungen Erträge abwerfen. Deshalb müsse in unseren Siedlungen jeder Mann sein Aeußerstes tun, um zur Rentabilität zu gelangen. Ich fand damit überall offene Ohren und ehrlichen Willen. Das ist die Erziehung zur Wirtschaftlichkeit durch einen Appell an die Chaluziuth, an den Geist, der zu eigenen Opfern bereit ist, um den Weg für andere zu bahnen. Es ist sehr leicht, den Enthusiasmus, den wir 20 Jahre hindurch wie eine heilige Flamme gehütet haben, zu zerstören. Es ist unmöglich, ihn, wenn er einmal erstickt ist, wieder zu entflammen. Ich rufe Sie auf zu einer gerechten Würdigung der Chaluziuth, und ich bin überzeugt, daß die Arbeiter mehr und mehr den Wert der Wirtschaftlichkeit für die Erweiterung unserer Arbeiten einsehen und in dieser Richtung weitere Fortschritte machen werden. Es war für die zionistische Bewegung vielleicht bisher das größte Aktivum, daß sie mit den Arbeitern eine einheitliche Front nach außen gebildet hat. Diejenigen, die ijetzt Feindschaft zwischen uns und den Arbeitern predigen und das Tischtuch mit ihnen zerschneiden wollen, bringen uns in eine große Gefahr. Der Pfeil, den sie gegen die Arbeiterschaft abzuschießen glauben, kann sehr leicht auf die ganze zionistische Bewegung zurückfallen und sie zerstören. Ich komme nun zum zweiten Teil meiner Ausführungen, zu der Frage nach der wirtschaftlichen Struktur, die wir für die Juden in Palästina anstreben sollen. Die Eigenart unserer Aufgabe liegt darin, daß die Juden in Palästina sich nicht wie in den Galuthländern vorwiegend im Handel konzentrieren können, sondern daß sie alle Zweige, die zu einer gesunden Volkswirtschaft gehören, im richtigen Verhältnis besetzen müssen. In den Galuthländern sind die jüdischen Kaufleute, auch wenn sie 50 Prozent aller jüdischen Erwerbstätigen ausmachen, doch nkur wenige Prozent der Gesamtbevölkerung. In Palästina, wo die jüdischen Kaufleute fast nur auf den Handel mit Juden angewiesen sind, muß

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