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Palästina · 1927-01-01 · Heft 10-11 · p. Seite 466

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 10-11
Article
Die Grundprobleme des Aufbaues Palästinas
Date
1927-01-01
Page
Seite 466 (sequence 4)
Language
German
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466 Siedler. Von ihm strömt die Begeisterung aus, die uns Sympathien und Geldquellen erschließt, die auf andere Weise nicht erreicht werden können. ' Ich will Ihnen ein Beispiel dafür geben. Von vielen Seiten wird gegen die Form «der Kwuzah; der. 'Kollektivsiedlung, Sturm gelaufen, weil sie angeblich unwirtschaftlich ist. Ich bestreite, daß die bisherigen Erfahrungen ein solches Allgemeinurteil rechtfertigen. Aber nicht darüber will ich hier sprechen. Ich will Ihnen nur eine Stelle aus einem Briefe von Col. Wedgwood vorlesen. Col. Wedgwood, dem. wir für sein mannhaftes Eintreten und für sein tiefes Verständnis für unsere Sache zu so großem Danke verpflichtet sind, schrieb mir nach seinem Besuch in Palästina: „Ich bin ebenso interessiert an der Kwuzah wie am Zionismus überhaupt. Die Chaluzim in den Kwuzoth haben mich enthusiasmiert. Ich kann Ihnen unmöglich sagen, wie entzückt, überrascht und begeistert ich von Ihren Siedlungen war. In Daganiah fühlte ich wirklich, daß ich nun ,nunc dimittis' singen könnte." Die Wirkung, die Daganiah auf Herrn Wedgwood ausgeübt hat, erscheint zwar nicht als Aktivposten in der Bilanz von Daganiah. Aber ist sie nicht ein großer Aktivposten für die zionistische Bewegung? Und es ist nicht nur Col. Wedgwood, bei dem ich diese Wirkung feststellen konnte. Ich habe zu meiner eigenen Ueberraschung gefunden,, daß sogar die „hard boiled business men" aus Amerika gerade für den Enthusiasmus. und den Drang zu neuen besseren Lebensformen, der in den Kwuzoth zum Ausdruck kommt, großes Verständnis und Sympathie haben. Der Punkt, in dem ich mich von den Vertretern des baalbattischen Prinzips unterscheide, ist nicht, daß ich dieses Prinzip für unrichtig halte, sondern daß ich es für unmöglich und schädlich halte, - dieses Prinzip gegen unsere Siedler •und Chaluzim durchzuführen. Diejenigen, die das wollen, 'sind von Mißtrauen gegen die Arbeiterschaft erfüllt und glauben, daß die Arbeiter in der Zionistischen Organisation nur eine melkende Kuh sehen und es ihnen ganz gleichgültig ist, ob zionistische 'Gelder• verloren gehen, wenn sie nur davon profitieren. Ich dagegen habe mich in meiner. ganzen bisherigen Tätigkeit vom Vertrauen darauf leiten lassen, daß die Arbeiter sich als integralen Bestandteil der ganzen Zionistischen Organisation fühlen und daß sie Fehler, die sie machen, ebenso schwer empfinden, wie wir alle. Ich bin in diesem meinem Vertrauen auf die Arbeiter bis heute nicht ■erschüttert. Der zweite Punkt ist, daß die Gegner der Arbeiter glauben, sie verstünden alle Dinge besser als die Arbeiter selbst Ich muß in dieser Beziehung vor Ueberhebung warnen. Es gibt kein Volk in der Welt, dessen Arbeiterstand sich an Intelligenz mit unserem

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